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Presse

 Pressemeldung vom 22.01.2019

Vortrag „Mit 'Kraft durch Freude' in den Kreis Bernkastel“ Die Anfänge des Massentourismus an der Mittelmosel im Dritten Reich.

Bernkastel-Kues: Neben dem Weinbau zählt der Fremdenverkehr heute ganz selbstverständlich zu den ökonomischen Säulen der Moselregion. Mochten auch schon die ersten englischen Touristen Mitte des 19. Jahrhunderts das idyllische Flusstal für sich entdeckt haben, so waren es bis nach dem ersten Weltkrieg - insbesondere auch an der Mittelmosel - zunächst fast ausschließlich die wenigen größeren Orte und Städte, die einen gewissen finanziellen Nutzen aus dieser langfristigen Entwicklung zogen. Dass die Region insgesamt schlagartig zum beliebten Reiseziel abertausender Feriengäste avancierte (wobei der Urlauberstrom erst jetzt auch das kleinste Winzerdorf erreichte!) ist - so behauptet der heimische Historiker Dr. Christof Krieger - indes letztlich nichts anderes als ein Erbe des Dritten Reiches! Begünstigt durch den forcierten Wirtschaftsaufschwung nach 1933 und nicht zuletzt maßgeblich gefördert vom gigantomanischen Orga­nisations­drang des NS-Regimes  habe sich der Fremdenverkehr erst in den kurzen Friedensjahren des „Tausendjährigen Reiches“ zu einer der entschei­denden wirtschaftlichen Grundlagen an der Mittelmosel entwickelt.

„Mit 'Kraft durch Freude' in den Kreis Bernkastel - Die Anfänge des Massen­tourismus an der Mittelmosel im Dritten Reich“, so lautet der Titel eines Vortrages, in dem Dr. Christof Krieger, Leiter des Mittelmosel-Museums in Traben-Trarbach, am Donnerstag, dem 6. Februar 2020,  im Barocksaal des St. Nikolaus-Hospitals/ Cusanusstiftes in Bernkastel-Kues seine jüngsten For­schungen zur NS-Weinbau­geschichte an der Mosel vorstellen möchte. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei!

           

Bild: Bernkasteler Werbeprospekt aus der Zeit des Dritten Reiches.

 


Pressemeldung vom 19.11.2019

Vortrag „Geld und Vermögen des tätigen Lebens in den Predigten des Nikolaus von Kues“

Bernkastel-Kues:  Am Dienstag, den 26. November 2019 um 19 Uhr referiert Dr. Viki Ranff, Hochschuldozentin am Institut für Cusanus-Forschung Trier, im Barocksaal des St. Nikolaus-Hospitals/Cusanusstifts über „Geld und Vermögen des tätigen Lebens in den Predigten des Nikolaus von Kues“. Wie soll man als Christ mit dem Geld umgehen? Dieser Frage will der Vortrag unter cusanischer Anleitung nachgehen.

Cusanus bedenkt in Predigten ab 1431 das Verhältnis von aktivem und kontemplativem Leben. Zwar gibt er letzterem grundsätzlich den Vorzug, erkennt aber auch im tätigen Leben Werte, die im christlichen Alltag zu verwirklichen sind. Dazu gehört auch der gute Umgang mit dem Geld. Während er am Fest der hl. Maria Magdalena eine Buhlerin mit einer geringwertigen Münze vergleicht, spricht er in Predigten zu den leiblichen Werken der Barmherzigkeit und den Seligpreisungen über Möglichkeiten, mit Geld Gutes zu bewirken und nach Gottes Geboten zu handeln. In seiner letzten uns bekannten Predigt 1463 reflektiert Cusanus zur Einkleidung eines Mönches auch den evangelischen Rat der Armut. In einzelnen Predigten bezieht er das Handlungsvermögen des Christen im aktiven Leben differenziert auf materielles Vermögen, etwa in der Auslegung des Gleichnisses von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20,1-16), die trotz unterschiedlicher Arbeit alle mit einem Denar entlohnt werden. Die umfangreichste Reflexion über Geld in einer Predigt bietet Cusanus zum Fest Mariae Geburt 1431, wenn er das Vorbild Mariens in das Schöpfungswerk Gottes einordnet. Neben die Ruhe des Schöpfers am siebten Tag stellt er das gegenteilige Verhalten des Menschen, der sich in die Unruhe der Habsucht begibt. Cusanus entwickelt in einem langen Abschnitt über Geld wirtschaftsethische Überlegungen zum angemessenen Umgang mit Arbeit, Verdienst, Besitz, Streben nach Reichtum und christlicher Verantwortung gegenüber Gott und der Gemeinschaft. Ein längerer Teil über den Handel schließt sich an. Cusanus hält es für erlaubt, Besitz zu erwerben, der verantwortungsvoll einzusetzen ist. Zur Wahrung der christlichen Tugend empfiehlt er jedoch Mittel gegen die Habsucht. Wenn der Mensch die ewigen Werte des Glaubens erkennt, wird er die materiellen Werte von selbst relativieren.

Referentin: Viki Ranff, Dr. phil., Dipl. Theol., M. A., Studium der Philosophie, Theologie, Geschichte und Kunstgeschichte an der Katholischen Universität Eichstätt; Promotion in Philosophie über Wissen und Weisheit bei Hildegard von Bingen an der TU Dresden. Wissenschaftliche Tätigkeiten in der Mystikforschung und Religionsphilosophie. Seit 2009 Hochschuldozentin am Institut für Cusanus-Forschung in Trier. Mitherausgeberin der „Predigten in deutscher Übersetzung“ des Cusanus.

Ausschnitt aus dem Kupferstich  von Pieter Brueghel d. Ä.:  „Die Habsucht (Avaritia), Blatt 4 der Folge "Die sieben Todsünden", hg. von Hieronymus Cock,  1558

 


Pressemeldung vom 14.10.2019

Buchvorstellung „Johann Meisterburg — der Brandstifter von Bernkastel“

Bernkastel-Kues: Am kommenden Samstag, den 19. Oktober 2019, stellt der Regionalhistoriker und Familienforscher Jörg Braun sein neuestes Werk „Johann Meisterburg – der Brandstifter von Bernkastel“ um 17.00 Uhr im Barocksaal des St. Nikolaus-Hospitals/ Cusanusstiftes (Cusanusstr. 2) vor. Der Eintritt ist frei.

Im trockenen Sommer des Jahres 1857 begann am 22. Juli eine für die Stadt Bernkastel und ihre Bewohner verhängnisvolle Brandserie. Wenn auch die Zerstörung mit gut 100 betroffenen Gebäuden nicht so immens war wie die in der Nachbarstadt Trarbach, wo im selben Jahr mehr als 80 % aller Häuser abbrannten, so hielt sie doch mit insgesamt sieben Bränden bis zum November jenen Jahres die Bernkasteler monatelang in Angst und Schrecken.

Aufgrund der Außergewöhnlichkeit dieser Serie von Brandstiftungen, die von einem ihrer Mitbürger – dem mehrfach vorbestraften 25jährigen Tagelöhner Johann Meisterburg – verursacht wurde, existieren immerhin einige wenige gedruckte Quellen aus jener Zeit, wie der Untersuchungsbericht des Oberprokurators sowie ein Autopsiebericht. Die Originalunterlagen von Verhör und Verhandlung sind wohl im zweiten Weltkrieg in Trier verbrannt.

Für das vorliegende Buch wurden vom Autor außerdem neue Informationen verarbeitet, wie beispielsweise Listen über die Besitzer der verbrannten Häuser, deren versicherten Wert, sowie die von den Versicherungen gezahlten Entschädigungen. Anhand der Erfassung der Reihenfolge der Hausbesitzer im „Bernkasteler Häuserbuch“ konnten erstmals detaillierte Karten mit den betroffenen Häusern (respektive ihren heutigen Nachfolgern) erstellt und so die einzelnen Brände anschaulich aufgearbeitet werden. Des Weiteren wurden zeitgenössische Artikel aus der „Bernkasteler Zeitung“ ausgewertet und genealogische Daten zu den handelnden Personen aus dem „Einwohnerbuch Bernkastel“ ergänzt.

Um eine bessere Lesbarkeit zu erzielen, wurden die Ereignisse aus den wenigen bisher publizierten oben genannten Berichten in eine chronologische Reihenfolge gebracht und teilweise aus der fiktiven Sicht des Brandstifters erzählt, der sein Ende am 22. September 1859 im Zuchthaus von Köln fand, nachdem er zum wiederholten Male selbst Hand an sich gelegt hatte.

Jörg Braun wurde 1969 in Bernkastel-Kues geboren und ist in Monzelfeld aufgewachsen. Sein jüngstes Werk „Johann Meisterburg — der Brandstifter von Bernkastel“ umfasst 176 Seiten und wird von der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e.V. herausgegeben.

Bei der Buchvorstellung im St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift kann das Buch zum Preis von 12,- Euro erworben werden.

 


 

Pressemeldung vom 25.09.2019

Nachbericht: Hoher Besuch im St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift in Bernkastel-Kues

Auf seinem Besuch in Rheinland-Pfalz anlässlich der Informations- und Begegnungsreise mit den Missionschefs der diplomatischen Korps am 18. September 2019 besuchte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auch das St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift und die Mosel-Vinothek in Bernkastel-Kues.

Hier wurde er zusammen mit dem apostolischen Nuntius, Erzbischof Dr. Nikola Eterovič, sowie ca. 180 Botschafterinnen und Botschaftern aus aller Welt von Rektor Leo Hofmann dem Verwaltungsrat des St. Nikolaus-Hospitals und Vertretern des Deutschen Roten Kreuzes als Betreiber der Vinothek sowie der Stadt Bernkastel-Kues sehr herzlich begrüßt.

Anschließend folgte eine Führung durch das historische Hospital, das zu den ältesten, kontinuierlich betriebenen Altenheimen Deutschlands zählt. Dabei hatten die Diplomaten die Auswahl zwischen einer Führung in deutscher, französischer, englischer oder spanischer Sprache, in der ihnen das Leben und Werk des Nikolaus von Kues sowie die Geschichte des Cusanusstiftes näher gebracht wurde. Mit dem Besuch des Bundespräsidenten wurde gleichzeitig die neue Hausausstellung „Nikolaus von Kues zwischen Kues und Konstantinopel. Cusanus als Diplomat, Kirchenpolitiker und Friedensvermittler“ eröffnet, die zusammen mit dem Institut für Cusanus-Forschung an der Universität und Theologischen Fakultät Trier eigens zu diesem besonderen Anlass konzipiert wurde. Dem Bundespräsident und den Botschaftern wurden darin einige selten gezeigte Exponate vorgestellt, wie die z. B. die Ernennung des Nikolaus von Kues zum englischen Friedensvermittler im 100-jährigen Krieg oder seine Toleranzschrift ‚De pace fidei‘ (‚Vom Frieden im Glauben‘), die anlässlich der Eroberung Konstantinopels durch die türkischen Osmanen 1453 entstand und Lessings ‚Nathan der Weise‘ als Vorbild diente. Die Führung endete am Herzgrab des Kardinals vor dem Hochaltar der Kapelle, wo sich der Bundespräsident und der apostolische Nunitius sichtlich beeindruckt vom kulturellen, sozialen und christlichen Erbes des großen Kardinals von der Mosel in das Gästebuch des Hospitals eintrugen.

Nach der Führung folgte noch eine Weinprobe in der Mosel-Vinothek in den historischen Gewölbekellern des St. Nikolaus-Hospitals, das von der Divendo Integration gGmbH zur Förderung der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung, einem Integrations-unternehmen des DRK-Sozialwerkes betrieben wird. Hier hatten Bundespräsident Steinmeier und die diplomatischen Vertreter die Gelegenheit nicht nur die Hospitalsweine, sondern insgesamt mehr als 160 Weine zu verkosten, die eine repräsentative Übersicht über die Angebote der gesamten Mosel-Region bieten. Nach der Weinprobe ging es mit dem Schiff weiter zum Abendempfang nach Schloss Lieser, das gerade erst vor wenigen Wochen neu eröffnet wurde.

Bild 1: Rektor Leo Hofmann begrüßt Bundespräsident Steinmeier und den apostolischen Nuntius, Erzbischof Dr. Nikola  Eterović, als Sprecher des diplomatischen Korps im Innenhof des St. Nikolaus-Hospitals. (Foto: Michael Leonhardt, Trier)
Bild 2: Begrüßung der Delegation vor dem Hauptportal des St. Nikolaus-Hospitals (Foto: Michael Leonhardt, Trier)
Bild 3: Ansprache Rektor Leo Hofmans vor dem Hauptportal des St. Nikolaus-Hospitals (Foto: Michael Leonhardt, Trier)
Bild 4: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier trägt sich in der Kapelle des St. Nikolaus-Hospitals in das Gästebuch des Cusanusstiftes ein.  Von links nach rechts: Rektor Leo Hofmann, Bibliothekar Dr. Marco Brösch, Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier und der apostolische Nunitius, Erzbischof Dr. Nikola  Eterović.(Foto: Michael Leonhardt, Trier)

 

 


 

Pressemeldung vom 17.09.2019

Besuch Bundespräsident und Ausstellung „Zwischen Kues und Konstantinopel. Cusanus als Diplomat, Kirchenpolitiker und Friedensvermittler“

Bundespräsident Frank Walter Steinmeier besichtigt anlässlich der Informa­tions- und Begegnungsreise mit den Missionschefs des Diplomatischen Korps, der Internationalen Organisationen und anderer Vertretungen am 18. September 2019 das St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift sowie die Vinothek in Bernkastel-Kues. Mit seinem Besuch wird auch die neue Hausausstellung  „Zwischen Kues und Konstantinopel. Cusanus als Diplomat, Kirchenpolitiker und Friedensvermittler“ eröffnet, die zusammen mit dem Cusanus-Institut an der Universität und theologischen Fakultät Trier erstellt wurde.

 Auch wenn Nikolaus von Kues heute in erster Linie als Philosoph und Theologe bekannt ist, so entstand sein schriftstellerisches Werk in den wenigen Stunden der Muße und Entspannung, abseits seiner nahezu unermüdlichen Tätigkeit als Diplomat, Kirchenpolitiker und Friedensvermittler, die ihn im Dienst der Kirche durch halb Europa führte. Aus seinem beschaulichen Heimatort in Kues betrat er 1432 auf dem Konzil von Basel zum ersten Mal die internationale politische Bühne. Von hier aus führte ihn sein Weg nach Konstantinopel (heute: Istanbul), wo er den byzantinischen Kaiser und Patriarchen von der Teilnahme an einem  Unionskonzil in Ferrara/Florenz überzeugen konnte. Im Auftrag des Papstes traf er auf den Reichs- und Hoftagen den deutschen König und die Kurfürsten und versuchte 1451/52 als Legat die deutsche Kirche vergeblich zu reformieren. Obwohl seine Zeit als Fürstbischof von Brixen alles andere als erfolgreich verlief, so wurde er als Friedensvermittler u.a. im 100-jährigen Krieg zwischen England und Frankreich, immer wieder gesucht. In den Brixener Jahren entstanden mit ‚De pace fidei‘ (‚Der Friede im Glauben‘) und der ‚Cribratio Alkorani‘ (‚Die Sichtung des Korans‘) zwei seiner bedeutendsten Schriften, die im interreligiösen Dialog heute noch Beachtung finden.

 In der aktuellen Ausstellung im Cusanusstift soll all diesen Punkten nach­gegan­gen werden. Nach dem Besuch des Bundespräsidenten und des Diplomatischen Korps steht die Ausstellung vom 19. September bis zum 30. Juni 2020, von

Montag bis Freitag 09.00-12.00 Uhr,  allen Interessierten offen (Ausnahme: 21.12.2019 – 05.01.2020 und 24.-28.02.2020). Der Eintritt ist frei, über eine Spende würden wir uns sehr freuen. Der Termin für eine öffentliche Einführung in die Ausstellung wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

 

Titelblatt: Johannes Kymeus, Des Babsts Hercules / wider die Deudschen, Wittenberg: Georg Rhau, 1538,  Bernkastel-Kues, St. Nikolaus-Hospital, s. n.

 


 

Pressemeldung vom 08.01.2019

„Saufen für den Führer!“ Vortrag zum Altkreis Bernkastel und seinen Weinpatenschaften im Dritten Reich

 von Christof Krieger (Traben-Trarbach)

Nie zuvor - und auch nie danach(!) - hat es in Deutschland eine gewaltigere Absatzaktion für die heimischen Winzer gegeben: Unter der eingängigen Parole „Wein ist Volksgetränk!“ entfaltete das NS-Regime in den Friedensjahren des Dritten Reiches eine groß angelegte Weinpropaganda, die das Trinken deutschen Rebensaftes als geradezu nationale Tat beschwor. Und mehr noch: Mitte der 1930er Jahre übernahmen annähernd 1.000 Städte vom Rheinland bis nach Ostpreußen besondere „Weinpatenschaften“ für einzelne Winzerorte, wobei im Rahmen eines im ganzen Reich stattfindenden „Festes der deutschen Traube und des Weines“ vom Parteiapparat der NSDAP allerorten volkstümliche Weinfeste und Umzüge organisiert worden waren.

Bei diesem Werbespektakel, das im Volksmund sogleich zu „Saufen für den Führer“ verballhornt wurde, war ab dem Herbst 1935 insbesondere auch die Moselstadt Bernkastel-Kues beteiligt, der in der „Patenschaftslotterie“ die niedersächsische Metropole Hannover zugeteilt worden war. Neben einer offiziellen Abschiedsfeier des Patenweins am Kueser Bahnhof weilte auch von dort eine Delegation samt Musikkapelle als Ehrengäste eine Woche lang in der niederdeutschen Patenstadt, um für den Absatz ihrer Rebenerzeugnisse zu werben....

„'Wein ist Volksgetränk!' - Weinpropaganda im Dritten Reich“, so lautet der Titel der Doktor­arbeit des Traben-Trarbacher Museumsleiters Dr. Christof Krieger, die kürzlich als Buch erschienen ist. Der Historiker, der sich als einer der ersten überhaupt wissenschaftlich mit dem Thema der nationalsozialistischen Weinbaupolitik beschäftigt hat, gibt anhand zumeist unveröffentlichter Quellen überraschende Einblicke in ein weithin unbekanntes Kapitel der Heimatgeschichte. Hierbei wird Dr. Krieger insbesondere auch auf die spezifischen Paten­schafts­aktivitäten im Altkreis Bernkastel näher eingehen...

Der Vortrag findet am Freitag, dem 18. Januar 2019, um 19 Uhr, im Cusanusstift in Bernkastel-Kues statt. Der Eintritt ist frei.


 

Foto: Patenweinverabschiedung in Graach 1936 (Foto: Mittelmoselmuseum Traben-Trarbach)

 


 

Vortrag "Die Kapelle des St. Nikolaus-Hospitals in Bernkastel-Kues und die Architektur der Mittelstützenkirchen"

von Klaus Freckmann und Helga Reuter-Kumpmann (Berlin)

Datum: 31. Oktober 2018, 19.00 Uhr

Die Kapelle des Cusanusstiftes gilt als ein Höhepunkt der spätmittelalterlichen Sakralarchitektur der Mosel-Eifel-Region und kann als „Prototyp“ der dortigen sogenannten Einstützenkirchen bezeichnet werden. Etliche Kunsthistoriker haben sich bereits mit diesen Bauten befasst. Der Anlass zu dieser erneuten Betrachtung ist eine umfangreiche Dokumentation des Bauensembles Cusanusstift. Diesen Bauuntersuchungen, die hier vor einigen Jahren vor allem der Trierer Archi­tekt Michael Leonhardt durchgeführt hat, verdanken wir manche neuen Erkenntnisse. Auch hat sich die Kulturgeschichte der letzten Jahre intensiv mit dem Hospitalswesen und der spätmittel­alterlichen religiösen Erneuerungsbewegung der Devotio moderna befasst, der Nikolaus von Kues nahestand.

Mögliches Vorbild der Kueser Kapelle ist die Kirche St. Maria Na Slupi (St. Maria auf der Säule) in Prag, die auf eine Gründung Kaiser Karls IV. zurückgeht und deren Baubeginn um 1360 anzusetzen ist. Architektonisches Charakteristikum dieses Baus ist die zentrale Säule des Laienraums. Beziehungen zum Prager Veitsdom sind offensichtlich. Die Raumgliederung von  St. Maria Na Slupi findet sich in der Kreuzkirche des Spitals von Zittau wieder, die 1410 errichtet wurde. Die St. Nikolaus-Kapelle in Bernkastel-Kues stammt übrigens  aus den Jahren zwischen 1450 und 1453. Der zugehörige Bibliotheksbau wurde um 1494/1495 vollendet. In den Folgejahren sind an der Mosel, so in Graach, Bremm, Traben-Trarbach oder in Ediger-Eller, und in der Eifel, beispielsweise in Lutzerath-Driesch oder Ulmen, in Kronenburg oder in Büllingen, etliche Kirchen gebaut worden, deren Grundform auf Bernkastel-Kues zurückgeht.

Die Kreuzkirche in Zittau führt zu den Medikantenorden etwa der Dominikaner und der Franziskaner hin, die sich besonders im Hospitalswesen hervorgetan haben. Zahlreiche Kirchen dieser Orden weisen Mittelstützen auf, die das Langhaus in zwei Schiffe gliedern. Beispielgebend für dieses Muster ist die 1230 gegründete und 1385 vollendete St. Jakobs-Kirche in Toulouse. Deutlich werden innereuropäische Beziehungen, die von Südfrankreich bis hin nach Böhmen reichen.

Kirchen oder Kapellen mit Mittelsäulen oder Mittelpfeilern beschränken sich keineswegs auf den ländlichen Raum, wie man es anhand der Bauten an der Mosel oder in der Eifel annehmen könnte. Gegen diese Annahme spricht insbesondere ein solch prominentes Beispiel wie die Kapelle des Hôtel de Cluny in Paris, die zum dortigen, zwischen 1455 und 1510 errichteten Domizil des burgundischen Klosters gehört.

Klaus Freckmann, Dr. phil. und Dipl.-Kfm. 1941 in Wittlich geboren. Studium der Kunstgeschichte, Volkskunde und Geschichte in Köln und Bonn, Dissertation 1975 über „Das Fachwerkhaus an der Mosel“; 1976-2003 Direktor des Rheinland-Pfälzischen Freilichtmuseums Bad Sobernheim; Geschäftsführer des Arbeitskreises für Hausforschung 1982-2006. Mitherausgeber der „Schriftenreihe zur Dendrochronologie und Bauforschung“. -- Jüngere Publikationen: Die Mosel. Ein Kunstreiseführer. Die Mosel. Kunst und Kultur.Beide 2012 im Michael Imhof-Verlag/Petersberg erschienen.

Helga Reuter-Kumpmann studierte Sozialwissenschaften in Paris und arbeitete dort als Wissenschaftssoziologin. Der späteren Tätigkeit für das französische Wissenschafts- und Technikmuseum, der „Cité des sciences et de l’industrie“, folgte die freiberufliche Arbeit als Ausstellungs- und Museumsberaterin für wichtige Museen in Deutschland, die sozialhistorische Aspekte von Arbeit und Technik darstellen. In den letzten Jahren beschäftigte sie sich zunehmend mit dem Herstellen von Dokumentarfilmen, zu denen auch der über „Die heutige Nutzung mittelalterlicher und neuzeitlicher Keller an der Mosel“ (2017) zählt.

 

Kapelle mit Mittelsäule St. Nikolaus-Hospital in Bernkastel-Kues

(Foto: Marco Brösch/ © St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Bernkastel-Kues)

 


 

Auf abendlichen Spuren zu Cusanus  – Zweite 'Lange Cusanus-Nacht'

Ausstellungen - Kugelspiel - Konzert & Kurzvorträge

Datum: Samstag, der 27. Oktober 2018

Zeit: 18:00 – 24:00 Uhr

Orte: St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift – Cusanus-Geburtshaus – Mosel Vinothek/Weinmuseum

Mehr als 300 Besucher erlebten im Oktober 2017 die erste Lange Cusanus – Nacht. Die Besucher waren sich damals einig, dass es auf jeden Fall eine Neuauflage geben sollte.

Und die gibt es am Samstag, den 27.Oktober von 18 bis 24 Uhr. Veranstalter sind das Cusanusstift, das Cusanus – Geburtshaus, die Vinothek und erstmals  das Cusanus-Institut. Auch in diesem Jahr haben die Besucher die Gelegenheit, sich zu ungewohnt später Stunde auf die Spuren von Nikolaus von Kues zu begeben. Der Abend verspricht erneut spannende Einblicke in die Theologie und Philosophie des größten Sohnes der Stadt, in Wein und Kultur zu geben.

An drei Orten spielt sich das Geschehen ab. Vorträge, Führungen, Musik und Wein sollen sich ergänzen. Und gespielt werden darf auch. Anhand des cusanischen Kugelspiels kann jeder, egal welchen Alters erfahren, dass die Kugel mit der Delle alles andere als „auf geradem Weg“ durch neun Kreise zur Mitte rollt.

So wird das Programm der langen Cusanus-Nacht große als auch kleine Besucher ansprechen.



St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift:

18:00 - 18:30 Uhr: Begrüßung durch Rektor Leo Hofmann, anschließend: ‚Cusanus für Einsteiger‘ – Einführung in Leben und Werk des Nikolaus von Kues im Barocksaal

19:00 - 19:30 Uhr: ‚Abends in der Bibliothek‘ – Führung in der Cusanus-Bibliothek

20:00 - 21:00 Uhr:  ‚Gott als in allem wesentlich‘ – Lautenmusik des 16. Jahrhunderts mit Texten von Nikolaus von Kues und Else Lasker Schüler (Rezitation Dr. Thomas Edelmann und Renais­sancelaute Gerd Demerath)

21.30 – 22.00 Uhr: ‚Das Herz des Stiftes‘ – Führung in der Hospitals­kapelle

22:30 - 23:00 Uhr:  Nachts in der Bibliothek‘ – Führung in der Cusanus-Bibliothek

23:30 - 00:00 Uhr: Das Herz des Stiftes‘ – Führung in der Hospitalskapelle, anschließend geistlicher Impuls für die Nacht

Durchgängig geöffnet: Ausstellung ‚Vom Anfang und Ende der Welt. Schöpfungsdarstellungen und Jenseitsvisionen im Mittelalter‘ und Kugelspiel im Gotischen Saal

Eintritt frei, Spenden willkommen!



Cusanus-Geburtshaus, Nikolausstr. 49:

19.00 – 19.30 Uhr: Vortrag ‚Sehen und Gesehenwerden. Cusanus und die Gottesschau‘ Dr. Viki Ranff (Cusanus-Institut, Trier)

22.00 – 22.30 Uhr: Vortrag ‚Cusanus und das Astrolabium‘ Dr. Tom Müller (Luxemburg Science Center, Differdange/ Cusanus-Institut, Trier

18.00 – 24.00 Uhr: Dauerausstellung zu Leben und Werk des Nikolaus von Kues und Sonderausstellung ‚Coincidentia oppositorum‘ mit Werken von Rosa M Hessling‚ durchgehend geöffnet

Eintritt frei, Spenden willkommen

 



Mosel Vinothek /Weinmuseum:

18:00 - 23:00 Uhr: Mosel Vinothek und Weinmuseum durchgängig geöffnet

Angebot von Wein und Sekt in der Mosel Vinothek

Leider besteht an diesem Abend keine Möglichkeit zur Weinprobe im Keller der Vinothek.



Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Veranstalter
St. Nikolaus-Hospital / Cusanusstift
Cusanusstr. 2
D-54470 Bernkastel-Kues
Tel. 06531/22 60
Internet: https://www.cusanus.de
E-Mail: info@cusanus.de
Cusanus-Geburtshaus
Nikolausufer 49
D-54470 Bernkastel-Kues
Tel. 06531/28 31
Internet: https://www.nikolaus-von-kues.de/geburtshaus/
E-Mail: geburtshaus@bernkastel-kues.de

Cusanus-Institut
Domfreihof 3
D-54290 Trier
Tel. 0651/14551-0
Internet: https://cusanus-institut.de
E-Mail: cusanus@uni-trier.de
Mosel Vinothek / Weinmuseum
Cusanusstr. 2
D-54470 Bernkastel-Kues
Tel. 06531/41 41
Internet: http://www.moselvinothek.de
E-Mail: info@moselweinmuseum.de 

 

 

"Vom Anfang und Ende der Welt" - 

Schöpfungsdarstellungen und Endzeitvisionen im Mittelalter.

Dauer: Vom 5. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019

Mit dem Bild von ‚Alpha und Omega‘, dem ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabetes, wird in der Bibel Christus – und mit ihm Gottvater – als Anfang und Ende der Welt, als Schöpfer und kommender Weltenrichter bezeichnet, der am Beginn und am Endpunkt aller Zeiten steht. Diese Vorstellung war im gesamten Mittelalter so allgegenwärtig, dass sie die damaligen christlichen Theologen, Geschichtsschreiber aber auch Künstler maßgeblich beeinflusste. 

Im Mittelpunkt der aktuellen Ausstellung des Hospitals stehen daher Buchmalereien und Holzschnitte aus mittelalterlichen Bibeln, liturgischen Schriften und Weltchroniken, die sich auf den Anfang und das Ende der Welt, d.h. auf die biblische Schöpfungsgeschichte und auf die apokalyptischen Visionen aus der Offenbarung des Johannes beziehen. Die Bandbreite der ausgesuchten Werke reicht dabei vom 9. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts, von der ‚Trierer Apokalypse‘ bis zur ‚Schedelschen Weltchronik‘ und Dürers Holzschnitten zur ‚Offenbarung des Johannes‘. Neben Handschriften und Drucken aus der Cusanus-Bibliothek werden dabei vor allem Faksimiles mittelalterlicher Prachthandschriften und herausragender Drucke aus der Privatbibliothek von Rektor Leo Hofmann vorgestellt.

Ort
Gotischer Saal im St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift

Dauer
5. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019

Öffnungszeiten
Von Montag bis Freitag von 09:00 bis 12:00 Uhr 

Geschlossen
Vom 20. Dezember 2018 bis zum 6. Januar 2019 sowie vom 28. Februar bis zum 10. März 2019.

Eintritt
Der Eintritt ist frei, um eine Spende für die Cusanus-Bibliothek wird gebeten.

Führungen
Auch außerhalb der Öffnungszeiten besteht die Möglichkeit, die Ausstellung im Rahmen einer gebuchten Führung zu sehen. 

Darüberhinaus besteht die Möglichkeit von April bis Oktober an einer offenen Führung (Dauer: 90 Minuten) durch das Haus teilzunehmen, die immer dienstags, um 10:30 Uhr, und freitags, um 15:00 Uhr, stattfinden (Kosten: 7,- Euro; Gästekarte: 6,- Euro).

Aktuelle Informationen finden Sie auf unserer Facebook-Seite unter:https://www.facebook.com/Cusanusstift/?fref=ts

 Kooperationspartner 

 


 

 

Pressemeldung vom 06.11.2017

"Saufen für den Führer!" - 80 Jahre „Weinfest der Westmark“ in Bernkastel-Kues

Die NSDAP organisierte im Oktober 1937 das bis dahin größte Winzerfest in der Geschichte der Doctorstadt – Vortrag am 17. November 2017 im St. Nikolaus-Hospital/ Cusanusstift.

Nie zuvor - und auch nie danach(!) - hat es in Deutschland eine gewaltigere Absatzaktion für die heimischen Winzer gegeben: Unter der eingängigen Parole „Wein ist Volksgetränk!“ entfaltete das NS-Regime in den Friedensjahren des Dritten Reiches eine groß angelegte Weinpropaganda, die das Trinken deutschen Rebensaftes als geradezu nationale Tat beschwor. Im Rahmen all-jährlicher, im ganzen Reich stattfindender „Feste der deutschen Traube und des Weines“ wurden vom Parteiapparat der NSDAP allerorten im Reich von Ostpreußen bis nach Hinterpommern volkstümliche Weinfeste und Umzüge organisiert, was der Volksmund sogleich zu „Saufen für den Führer“ verballhornte.

Während am 16. und 17. Oktober 1937 zum letzten Mal allen Volksgenossen im großen Stil deutscher Wein als „Volksgetränk“ kredenzt wurde, fand zeitgleich an der Mittelmosel eine neue Spielart der Weinpropaganda ihre glanzvolle Premiere: Größer und großartiger als alle derartigen Veranstaltungen zuvor, lud die NS-Parteileitung von Koblenz-Trier an beiden Tagen nach Bernkastel-Kues zum „Weinfest der Westmark“. „Ein Fest“, so hatten es die Initiatoren bereits im Vorfeld vollmundig verkündet, „wie es nur nationalsozialistische Propaganda und national-sozialistischer Opfergeist zu Wege bringen“ könne: Rote Flaggenalleen und zahllose hakenkreuz-geschmückte Fensterteppiche zierten die Häuser, als zum Höhepunkt des Propagandaspektakels ein anderthalb Kilometer langer Festzug mit Teilnehmern aus allen Weinregionen des Gaugebie-tes über den historischen Marktplatz rollte.

Der gewaltige organisatorische Aufwand galt allerdings keineswegs allein der Förderung des Weinkonsums zur Beseitigung der Winzernot; vielmehr verfolgte der nationalsozialistische Gauleiter Gustav Simon damit seine eigenen und durchaus originär politischen Ziele.

„80 Jahre 'Weinfest der Westmark' in Bernkastel-Kues“, so lautet folgerichtig das Thema eines Vortrages, in dem der Traben-Trarbacher Museumsleiter Christof Krieger an dieses ungewöhnliche Ereignis erinnern möchte. Der Historiker, der sich in seiner Doktorarbeit an der Universität Trier mit der nationalsozialistischen Weinpropaganda an Mosel, Saar und Ruwer beschäftigte, gibt anhand zumeist unveröffentlichter Quellen überraschende Einblicke in ein weithin unbekanntes Kapitel der Heimatgeschichte.

Der Vortrag findet am Freitag, dem 17. November im Barocksaal des St. Nikolaus-Hospitals/Cusanusstiftes in Bernkastel-Kues (beim Weinmuseum/Vinothek im Stadtteil Kues!) statt. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Spenden willkommen.

 

Foto: Weinfest der Westmark am 16. und 17. Oktober 1937 in Bernkastel-Kues (Foto: Mittelmoselmuseum Traben-Trarbach)

 


Pressemeldung vom 16.10.2017

Nikolaus von Kues für Nachtschwärmer – Erste ‚Lange Cusanus-Nacht‘ in Bernkastel-Kues

Am Samstag, den 28. Oktober 2017, laden das St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, das Cusanus-Geburtshaus, die Mosel Vinothek und das Weinmuseum von 18:00 bis 24:00 Uhr zur ersten ‚Langen Cusanus-Nacht‘ nach Bernkastel-Kues ein.

Auch wenn die Veranstaltungsform in Berlin, Trier und Traben-Trarbach schon eine lange Tradition hat, so ist für Bernkastel-Kues bislang noch keine lange Museumsnacht angeboten worden, die allen Interessierten außerhalb der gewohnten Öffnungszeiten einen Besuch in den verschiedenen Kultureinrichtungen vor Ort ermöglichen soll. Aus diesem Grund haben sich das Cusanus-Geburtshaus, die Mosel Vinothek und das Weinmuseum unter der Federführung des St. Nikolaus-Hospitals/Cusanusstifts zusammengetan, um zu Ehren des berühm-ten Sohnes der Stadt am 28. Oktober die erste ‚Lange Cusanus-Nacht‘ in Bernkastel-Kues zu veranstalten.

Den ersten Höhepunkt des Abends bildet dabei das Mozartkonzert von Prof. Andreas Frölich und Stipendiaten der Villa Musica, das von 19:00 bis 21:00 Uhr im Cusanus-Geburtshaus stattfindet. Anschließend besteht bis 24:00 Uhr die Möglichkeit, die Dauerausstellung zu Leben und Werk des Nikolaus von Kues, aber auch die Sonderausstellung ‚Pius II. im Cusa-nus-Geburtshaus – Die Pinturicchio-Fresken der Libreria Piccolomini im Dom von Siena‘ zu bewundern.

Für das leibliche Wohl mit Wein, Sekt und kulinarischen Kleinigkeiten sorgt die Mosel Vino-thek. Aus organisatorischen Gründen kann aber an diesem Abend keine umfassende Weinprobe in den Kellern der Anlage angeboten werden. Daneben öffnet auch das dazugehörige Weinmuseum/ Weinkulturelle Zentrum seine Pforten und ermöglicht spannende Einblicke in Landschaft, Wein und Kultur der Moselregion.

Im St. Nikolaus-Hospital beginnt die ‚Lange Cusanus-Nacht‘ um 18:00 Uhr im Barocksaal des Stiftes mit der Begrüßung durch Rektor Leo Hofmann und einem Kurzvortrag zu Leben und Werk des Nikolaus von Kues. Jeweils zur vollen Stunde werden abwechselnd Kurzführungen durch die Hospitalskapelle und die berühmte Cusanus-Bibliothek angeboten. Darüber hinaus haben die Besucher durchgehend die Gelegenheit, im gotischen Saal die Sonderausstellung ‚Cusanus und die Päpste‘ zu sehen, die in Kooperation mit dem Cusanus-Institut in Trier erstellt wurde, und sich am berühmten Kugelspiel des Kardinals zu versuchen. Als herausragenden Höhepunkt im Stift liest Stefan Kritten um 21:15 Uhr im Barocksaal aus der Cusanus-Novelle ‚Die sieben Werke der Barmherzigkeit‘ des Monschauer Regionalautors Ludwig Mathar (1882–1952). Bis Mitternacht sind außerdem der Kreuzgang und die Hospitalskapelle geöffnet, die dann in einem besonderen Licht erstrahlen.

Bis auf das Mozartkonzert im Cusanus-Geburtshaus (Eintritt: 15,- Euro pro Person) ist der Eintritt in den verschiedenen Häuser an diesem Abend frei, Spenden für die jeweilige Institu-tion sind willkommen.

Den genauen Programmablauf der ersten ‚Langen Cusanus-Nacht‘ finden Sie im Internet unter www.cusanus.de sowie auf den Flyern, die in den Häusern ausliegen.



Pressemeldung vom 05.09.2017

Mit Nikolaus von Kues an den päpstlichen Hof – ‚Macht und Pracht‘ im St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift in Bernkastel-Kues

Bernkastel-Kues: Anlässlich des diesjährigen ‚Tag des offenen Denkmals‘ öffnet das St. Nikolaus-Hospital/ Cusanusstift am Sonntag, den 10. September, ab 14:00 Uhr seine Pforten und lädt zum Besuch der aktuellen Ausstellung ‚Cusanus und die Päpste‘ ein. Um 16:00 Uhr besteht darüber hinaus auch eine Möglichkeit zur Führung durch das Hospital und die Cusanus-Bibliothek.

Auch wenn das Hospital mit seiner prachtvollen Kapelle, dem wertvollen Hochaltar und dem beeindruckenden Kreuzgang auf den ersten Blick in einem gewissen Widerspruch zu seiner ursprünglichen Bestimmung als Armen- und Altersheim zu stehen scheint, so berichtet bereits Nikolaus von Kues in einem Schreiben aus dem Jahr 1457 an die Ratsleute von Bernkastel und Kues voller Stolz, ein kostspieliges Gebäude zur Ehre Gottes errichtet zu haben, um 33 armen alten Männern eine würdige Herberge für ihre letzten Lebensjahre zu bieten.

Unter dem Motto des diesjährigen Denkmaltages „Macht und Pracht“ lädt das Cusanusstift daher alle Interessierten um 16:00 Uhr zu einer geführten Entdeckungsreise durch das Hospital ein, das zu Recht als Juwel spätgotischer Baukunst an der Mosel gilt.

Von 14:00 bis 18:00 Uhr besteht darüber hinaus auch die Möglichkeit, Nikolaus von Kues in der Ausstellung „Cusanus und die Päpste“ an den päpstlichen Hof nach Rom, dem Macht­zentrum der mittelalterlichen Kirche, zu begleiten. Neben einzigartigen Papsturkunden wer­den kostbare Prachthandschriften aus dem direkten Umfeld des Nikolaus von Kues und der Päpste gezeigt, die einen Eindruck von den Beziehungen des Kardinals von der Mosel zu den verschiedenen Stellvertreter Christi auf Erden vermitteln. Der Eintritt ist frei, um eine Spende für die Cusanus-Bibliothek wird gebeten. 

Nähere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier auf unserer Seite. 

Hier finden Sie nähere Informationen zum 'Tag des offenen Denkmals'.

Abb. aus dem ‚Liber Sextus‘ (Cod. Cus. 250), einer Rechtshandschrift aus dem 14. Jahrhundert, die Papst Bonifatius VIII. (1294–1303) als Gesetzgeber auf dem päpstlichen Stuhl zeigt, der von Kardinälen, Bischöfen und Gelehrten umgeben ist. (Foto: Erich Gutberlet / © St. Nikolaus-Hospital, Bernkastel-Kues.)  


Pressemeldung vom 06.07.2017

Gedenkfeier für Professor Dr. Dr. h. c. Rudolf Haubst

Die Cusanus-Gesellschaft, das Institut für Cusanus-Forschung an der Universität und der Theologischen Fakultät Trier und das St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift laden ein zur Gedenkfeier für Professor Dr. Dr. h. c. Rudolf Haubst, dem ersten Vorsitzenden der Cusanus-Gesellschaft, Gründungsdirektor des Cusanus-Instituts und Ehrenbürger der Gemeinde Maring-Noviand, aus Anlass seines 25. Todestages am Mittwoch, den 19. Juli 2017, um 16 Uhr, im St. Nikolaus-Hospital in Bern­kastel-Kues.

Als Erstes steht ein Gottesdienst in der Kapelle des Hospitals auf dem Programm. Die Messe wird zelebriert vom Rektor des Cusanusstifts Herrn Pfarrer Leo Hofmann. Die Festpredigt wird Herr Professor Dr. Wolfgang Lentzen-Deis halten. Es folgt die eigentliche Gedenkfeier im Barocksaal des Hospitals mit einer Festansprache von Herrn Pfarrer i. R. Dr. Stefan Schneider.

Herr Professor Haubst wurde am 18. April 1913 in Maring, heute Maring-Noviand, an der Mosel geboren. 1937 empfing er die Priesterweihe in Trier. 1952 promovierte er an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn mit einer Dissertation über Nikolaus von Kues (1401-1464), über den er ferner seine Habilitationsschrift verfasste. 1958 wurde er auf den Lehrstuhl für Dogmatik an der Universität Mainz berufen. 1960 war er Gründer und erster Direktor des Instituts für Cusanus-Forschung in Mainz. 1980 wurde das Institut an die Universität und Theologische Fakultät Trier verlegt, stand aber weiterhin unter Leitung von Herrn Rudolf Haubst. Er verstarb am 19. Juli 1992 in Mainz.

Interessierte sind herzlich willkommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und die Teilnahme ist frei.

 


 Pressemeldung vom 14. 06.2017

Ausstellungseröffnung ‚Cusanus und die Päpste‘

Am Freitag, den 23. Juni 2017, wird um 19:00 Uhr in einem kleinen Festakt die neue Ausstellung „Cusanus und die Päpste“ im Gotischen Saal des St. Nikolaus-Hospital/Cusa­nusstift in Bernkastel-Kues eröffnet. Ein Grußwort spricht Dr. Kai-Michael Sprenger vom Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Mainz. Der Eintritt ist frei.

Kaum eine deutschsprachige Persönlichkeit des 15. Jahrhunderts stand in so engem Kontakt zu den Renaissancepäpsten wie Nikolaus von Kues. Trotz seiner bürgerlichen Herkunft wurde er aufgrund seiner Verdienste für die Kirche und das Papsttum 1448 zum Kardinal ernannt. Damit gehörte er als einer von zwei Deutschen zu dem damals nur aus 26 Personen be­ste­henden Kardinalskollegium, deren Mitglieder vor allem aus mächtigsten europäischen Adels­familien, wie z. B. den berüchtigten Borgia, stammten. Obwohl er in diesem Gremium stets ein Außenseiter blieb, gehörte er zu den wichtigsten Beratern des Papstes und bekam bei der Papstwahl von 1447 sogar selbst einige Stimmen. Eine gute Freundschaft verband ihn u. a. mit Papst Pius II., der nur wenige Tage nach Cusanus im Jahre 1464 verstarb.

In der Ausstellung „Cusanus und die Päpste“, sollen die vielfältigen Beziehungen des Nikolaus von Kues zum Papsttum und zu dessen Vertretern, aber auch des St. Nikolaus-Hospital zu Rom, das bis zum Ende des 18. Jahrhunderts dem Heiligen Stuhl unterstellt war, nachge­zeichnet werden. Die Ausstellung, die in Kooperation mit dem Institut für Cusanus-Forschung an der Theologischen Fakultät und der Universität Trier entstanden ist, ist vom 23. Juni bis 15. Dezember 2017 jeweils von Montag bis Freitag von 09.00 – 12.00 Uhr im Gotischen Saal des St. Nikolaus-Hospitals zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Ebenfalls am 23. Juni 2017, veranstaltet das Institut für Cusanus-Forschung ab 13:30 Uhr im Cusanus-Geburtshaus einen Studientag zu „Cusanus und die Päpste“, der allen Interessierten offen steht. Näheres zum Programm finden Sie auf der Homepage des Cusanus-Instituts. Auch hier ist der Eintritt frei. Alle Veranstaltungen in Bernkastel-Kues werden im Rahmen des kulturhistorischen Netzwerkes „Papstgeschichten im Südwesten“ angeboten, das anlässlich der Großausstellung „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“ (21.05.-31.10.2017) der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim ins Leben gerufen wurde.


 

 


Pressemeldung vom 01.03.2017:

Vortrag „Stationen einer Künstlerfamilie – Der Maler Johann Jodokus Thanisch aus Graach und seine Kinder“

Am Freitag, den 10. März 2017, um 19:00 Uhr, berichtet der Trierer Familienforscher Karl Oehms in einem bebilderten Vortrag im Barocksaal des St. Nikolaus-Hospitals/Cuanusstifts in Bernkastel-Kues über Lebensweg und Werk des in Graach geborenen Malers Johann Jodokus Thanisch (1705–1775), der zu den angesehensten Kirchen- und Porträtmalern in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Elsass gehört.

Zu den großen unbekannten Künstlern der Region zählt ohne Zweifel der 1705 in der kleinen Moselgemeinde Graach bei Bernkastel geborene Johann Jodokus Thanisch, über dessen Kindheit und Jugend fast nichts bekannt ist. Sein Lebensweg führte ihn von der Mosel nach Oberitalien, wo er die aus Lucca stammende Kaufmannstochter Rosa Rossi heiratete. Nach einem vergeblichen Versuch sich 1742 in der Stadt Varallo im Piemont als Künstler niederzu­lassen, zog er mit seiner Familie nach Straßburg, wo ihm unter seinem französischen Namen Jean-Jodoque Daniche der große Durchbruch gelang. Als einer der renommiertesten Maler Straßburgs schuf er eine Reihe von Porträts und Gemälden, die heute noch in vielen Kirchen im Elsass bewundert werden können, so z. B. in der ehemaligen Dominikanerkirche in Col­mar. Neben Thanisch selbst waren auch einige seiner Kinder begnadete Maler, allen voran sein Sohn Clément (1744-ca. 1804) sowie seine beiden Töchter Ursule (1742–1822) und Monique (1736–1824).

Das St. Nikolaus-Hospital in Bernkastel-Kues verfügt noch über einige Werke, die Johann Jodokus Thanisch zugeschrieben werden können. Hierzu gehört z. B. ein Porträt des eben­falls aus Graach stammenden letzten Priors der Kartause St. Alban in Konz bei Trier, Alber­gatus Ehlen (1739–1811), sowie ein Gemälde der Hl. Dreifaltigkeit, das Josef Nikolaus Thanisch (1918–2013), ein entfernter Graacher Verwandter des Malers, dem Hospital vermachte.

In seinem Vortrag am 10. März 2017 berichtet Karl Oehms, der Vorsitzende der Bezirks­gruppe Trier der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, über Suche und Fakten seiner Arbeit zur Künstlerfamilie und letzte Spuren, die im indischen Ozean enden. Anlässlich des Vortrags werden alle Gemälde Thanischs im Stift zum ersten Mal gezeigt werden. Der Eintritt ist frei. Es ergeht herzliche Einladung.


       
 

Bild 1: Porträt des letzten Priors der Kartause St. Alban in Konz bei Trier, Albergatus Ehlen (1739–1811) (Foto: Marco Brösch/ © St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift)

Bild 2: Gemälde der Hl. Dreifaltigkeit, das Josef Nikolaus Thanisch (1918–2013), ein entfernter Graacher Verwandter des Malers, dem Hospital vermachte. (Foto: Marco Brösch/ © St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift)

 


 

 

Pressemeldung vom 19. Juli 2016: Ausstellung „Nikolaus von Kues und die Caritas“ im St. Nikolaus-Hospital

Am kommenden Samstag, den 22. Juli 2016, wird im Anschluss an die Feier der Kirchweihe um 16:00 Uhr die neue Ausstellung „Nikolaus von Kues und die Caritas“ im St. Nikolaus-Hospital /Cusanusstift in Bernkastel-Kues eröffnet.

Auch wenn Nikolaus von Kues keine ausgearbeitete Theologie zur Caritas bzw. Nächstenliebe hinterlassen hat, so spielt sie dennoch eine wichtige Rolle im Leben des Kardinals, der mit der Stiftung des St. Nikolaus-Hospitals in Bernkastel-Kues sein größtes Werk der Barmherzig­keit vollbracht hat. In diesem Jahr, in dem der Trierer Caritas-Verband sein 100-jähriges Bestehen feiert und das von Papst Franziskus zum Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen wurde, möchte auch das Cusanusstift in Kooperation mit dem Institut für Cusanus-Forschung in Trier mit der Hausausstellung „Nikolaus von Kues und die Caritas“ einen thematischen Beitrag hierzu leisten.

Anhand ausgesuchter Exponate aus dem Nachlass des Nikolaus von Kues und der Bibliothek des Cusanusstiftes soll zunächst ein grober Überblick über die Geschichte der Nächstenliebe von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert gegeben werden. Darüber hinaus steht die per­sönliche Haltung des Kardinals zur Caritas sowie die wechselvolle Geschichte des St. Niko­laus-Hospitals und seiner Bewohner im Zentrum der Ausstellung. Als Höhepunkt wird ein Holzmodell des Hospitalgrundrisses zu sehen sein, das den Bau des Stiftes vor den barocken An- und Umbauten des 18. Jahrhunderts zeigt und im vergangenen Jahr für die große Caritas-Ausstellung im erzbischöflichen Diözesanmuseum in Paderborn angefertigt wurde.

Die Ausstellung „Nikolaus von Kues und die Caritas“ kann auf Anfrage vom 25. Juli 2016 bis zum 09. April 2017 von Montag bis Freitag 09:00 – 12:00 Uhr im Gotischen Saal des St. Nikolaus-Hospitals in Bernkastel-Kues besichtigt werden. In der Zeit vom 19. Dezember 2016 bis zum 8. Januar 2017 sowie vom 23. Februar bis zum 5. März 2017 ist sie geschlossen. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Auch außerhalb der Öffnungszeiten besteht die Möglichkeit, die Ausstellung im Rahmen einer gebuchten Führung zu sehen. Nähere Informationen hierzu  auf der Facebook-Seite unter: https://www.facebook.com/Cusanusstift/?fref=ts

'Hungernde speisen' aus dem Bilderzyklus "Die Werke der Barmherzigkeit" (ca. 1773-1775) des Bernkasteler Malers Franz Freund im Kreuzgang des St. Nikolaus-Hospitals. (Foto: Dieter Hoffmann, Bernkastel-Kues)

Die Gemälde im Kreuzgang des Stiftes zeigen dabei nicht nur die sieben Werke der Barmherzigkeit, sondern auch die Bewohner, Bediensteten und Honoratioren des St. Nikolaus–Hospitales, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts im Stift lebten und wirkten. So sieht man z. B. auf dem Bildausschnitt die Hauswirtschafterin des Hospitals, Anna Maria Hegener, die an Bewohner, auswärtige Arme und Pilger Brot verteilt. 

 

 

 


Pressemeldung vom 26. November 2015: Pressemeldung: Nikolausfeier 2015 und Eröffnung Wanderausstellung 

Am Samstag, den 5. Dezember 2015,um 15:30 Uhr findet die traditionelle Nikolausfeier im St. Nikolaus-Hospital/ Cusanusstift in Bernkastel-Kues statt, in deren Anschluss die Wan­derausstellung „Der Krieg an der Mittelmosel und im Hunsrück 1734/35 – 280 Jahre Schlacht bei Klausen“ eröffnet wird.

Als erste Station nach der Premiere in Klausen wird die Wanderausstellung „Der Krieg an der Mittelmosel und im Hunsrück 1734/35 – 280 Jahre Schlacht bei Klausen“ vom 7. Dezember bis 20. März im St. Nikolaus-Hospital in Bernkastel-Kues zu sehen sein. Unabhängig von den Kampfhandlungen an der Salm wurde bereits 1734 die Mittelmosel in die kriegerischen Auseinandersetzungen des Polnischen Thronfolgekrieges hingezogen. Spätestens nach der Zerstörung der Grevenburg in Traben-Trarbach im Sommer 1734 kam Bernkastel-Kues eine besondere strategische Bedeutung zu, als die französische Armee hier zentrale Versorgungs- und Nachschublager einrichtete. Darüber hinaus wurde zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt eine Pontonbrücke über die Mosel geschlagen, zu deren Überwachung das St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift befestigt und mit einer französischen Garnison versehen wurde. Zu dieser relativ unbekannten Episode in der Geschichte des Stiftes und der Stadt Bernkastel-Kues werden u. a. bislang noch nie gezeigte Exponate aus dem Hospitalsarchiv ausgestellt.

Passend zur diesjährigen Ausstellungsthematik feiert der Pfarrer und Wallfahrtsdirektor von Klausen, Dominikanerpater Albert Seul, zusammen mit Dechant Georg Moritz und Rektor Leo Hofmann das diesjährige Festhochamt zum Patronatsfest. Die Feier wird musikalisch bereits um 15:30 Uhr vom Jugendchor der Pfarrei St. Briktius in Kues unter der Leitung von Michael Meyer mit adventlicher Chormusik eröffnet. Nach dem Festhochamt in der Kapelle um 16:00 Uhr findet anschließend im Stift noch eine Begegnung mit Imbiss und Umtrunk statt.

Die Wanderausstellung unter der Schirmherrschaft des rheinland-pfälzischen Landtagspräsidenten Joachim Mertes ist vom 7. Dezember bis 20. März 2016, jeweils von Montag bis Freitag von 09:00 – 12:00 sowie sonntags am 20. Dez., 24. Jan., 21. Feb. und 20. März jeweils von 14:00 - 18:00 Uhr im St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Cusanusstraße 2, 54470 Bernkastel-Kues zu besichtigen. Geschlossen: Vom 21. Dezember 2015 - 1. Januar 2016 sowie vom 5. - 12. Februar 2016. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen auch unter: Ausstellungen sowie der Homepage der Gemeinde Klausen (www.klausen.de )


 

 



 


 

Pressemeldung vom 17.08.2015: Nikolaus von Kues und die Caritas.

Exponate aus dem St. Nikolaus-Hospital und dem Cusanus-Geburtshaus werden in Paderborner Caritas-Ausstellung gezeigt. 

Bernkastel-Kues/Trier/Paderborn: Elf Exponate aus dem St. Nikolaus-Hospital und dem Cusanus-Geburtshaus in Bernkastel-Kues bereichern die hochkarätige Ausstellung ‚Caritas. Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart‘, die noch bis zum 13. Dezember im Diözesanmuseum in Paderborn zu sehen ist. Am reich bebilderten Ausstellungskatalog, der neben einem thematische Aufsatz auch die Beschreibungen aller gezeigten Exponate enthält, waren sowohl Mitarbeiter des St. Nikolaus-Hospitals als auch des Cusanus-Institutes in Trier als Autoren beteiligt.

Angesichts zunehmender internationaler Krisenherde, Flucht und Vertreibung, Globalisierung, der Überalterung der Gesellschaft usw. kommt der Frage nach dem Umgang mit den Mitmenschen, der Sensibilisierung für Ihre Nöte und Probleme und den Formen gelebter Nächstenliebe eine zunehmende Bedeutung zu. Nicht ohne Grund hat Papst Franziskus daher das kommende Jahr zum ‚Jahr der Barmherzigkeit‘ ausgerufen. Die hochaktuelle Thematik wird bereits derzeit in einer Ausstellung im Diözesanmuseum in Paderborn aufgegriffen, wobei hier der Schwerpunkt auf der Geschichte der Caritas von der Antike bis zur heutigen Zeit liegt. Dabei soll nicht nur eine historische Rückschau gehalten, sondern auch zu einer Auseinandersetzung mit den heutigen Formen der christlichen Nächstenliebe sowie ihren Grenzen angeregt werden.

Neben den verschiedenen Motiven christlicher Nächstenliebe in Kunst und Kultur, werden in der Ausstellung ebenso charismatische Persönlichkeiten mit Herz wie Martin von Tours, Elisabeth von Thüringen, Franz von Assisi oder auch Kardinal Nikolaus von Kues in den Mittelpunkt gestellt. Auch wenn sich Nikolaus von Kues philosophisch kaum mit dem Begriff der ‚Caritas‘ auseinandersetzte, so spielte sie zeit seines Lebens dennoch eine zentrale Rolle. Ein beredtes Zeugnis seiner ‚gelebten Nächstenliebe‘ gibt das St. Nikolaus-Hospital in Bernkastel-Kues, das der Kardinal mit seiner Familie stiftete und das 33 armen Männern im Alter eine neue Heimat bieten sollte. Bis heute gehört das vor 550 Jahren eröffnete Cusanusstift daher zu den ältesten Altenheimen Deutschlands. Die Stiftung erfolgte allerdings nicht nur aus reiner Selbstlosigkeit, sondern sollte als Werk der Barmherzigkeit auch dem persönlichen Seelenheil des Kardinals von der Mosel dienen und gleichzeitig die Erinnerung an ihn und seine Familie wachhalten.

Neben antiken Sarkophagen sowie Gemälden und Zeichnungen von Raffael, Lucas Cranach d. Älteren, Käthe Kollwitz oder Pablo Picasso aus ganz Europa und den USA, können in Paderborn bis zum 13. Dezember 2015 auch elf Exponate aus dem St. Nikolaus-Hospital und dem Cusanus-Geburtshaus in Bernkastel-Kues betrachtet werden. Hierzu gehören z. B. einige mittelalterlichen Handschriften aus der Cusanus-Bibliothek, die Nachbildung seines Grabaltares in Rom, sein persönlicher Kelch, aber auch bedeutende Urkunden aus dem Stiftsarchiv, wie sein Testament (1464) oder die Stiftungsurkunde des Hospitals (1458), die eindrucksvoll sein soziales bzw. caritatives Engagement belegen. Ein eigens von den Paderborner Ausstellungsmachern erstelltes Modell des Hospitals und eine Videoinstallation über das Stift runden den thematischen Schwerpunkt ab.

Durch die Aufnahme der Cusanus-Exponate in die herausragende Paderborner Caritas-Ausstellung, die unter der Schirmherrschaft des engen Papstberaters, Oscar Andrés Kardinal Rodríguez Maradiaga, SDB, steht, wird nochmals eindrucksvoll belegt, welche große Bedeutung Cusanus, das St. Nikolaus-Hospital in Bernkastel-Kues und seine Sammlungen auch für die Thematik der christlichen Caritas im Spätmittelalter einnimmt.

Näheres zur Ausstellung im Diözesanmuseum in Paderborn unter: http://caritas-ausstellung.de/

Eindrücke von der Caritas-Ausstellung in Paderborn (© Copyright Diözesanmuseum Paderborn. Alle Rechte vorbehalten.)

 

 


 

 

Pressemeldung vom 21.12.2014: Auf der Suche nach der verlorenen Cusanus-Karte

Bis Ende Juli 2015 besteht am letzten Wochenende eines Monats, d.h. samstags von 11:00-15:00 Uhr und sonntags von 14:00-18:00 Uhr die Möglichkeit, sich die aktuelle Ausstellung „Der Mensch als Kosmograph - kartographische Werke aus dem Umfeld des Nikolaus von Kues und aus der Cusanus-Bibliothek“ im St. Nikolaus-Hospital, Cusanusstr. 2, in Bernkastel-Kues anzuschauen. Der Eintritt ist jeweils frei.

Im Mittelpunkt der dritten Ausstellung zum 550. Todestag des Universalgelehrten steht dabei die älteste Karte Mitteleuropas, die auf Nikolaus von Kues zurückgeht. Auch wenn das Original selbst nicht mehr erhalten ist, so existiert noch eine Vielzahl von Kopien, die auf die Karte des Kardinals zurückgehen und auf denen u. a. ‚Kues‘, der Heimatort des großen Theologen und Philosophen von der Mosel, eingezeichnet wurde. Nikolaus Cusanus interes­sierte sich allerdings auch aus philosophisch-theologischen Gründen für Astronomie und Geographie. Er gilt als Vordenker von Nikolaus Kopernikus und Johannes Kepler, der sich bereits von der mittelalterlichen Vorstellung von der Erde im Zentrum des Universums löste.

Neben einigen kartographischen Reproduktionen sowie verschiedenen mittelalterlichen Handschriften aus dem Nachlass des Cusanus, haben die Besucher die Gelegenheit, eine der seltenen Drucke der Cusanus-Karte aus der Sammlung Niewodniczański (Bitburg) zu bestaunen. Ausgestellt sind ferner einige astronomische Geräte und Instrumente aus dem 15. Jahrhundert, die von Nikolaus von Kues verwendet wurden. Hierzu zählt auch ein ‚Astrolabium‘ (‚Sternengreifer‘), das der Kardinal 1444 in Nürnberg erwarb und mit dessen Hilfe sich die Position der Sterne, aber auch die Uhrzeit und die Himmelsrichtungen bestim­men lassen. 

 

Gemeinsame Pressemeldung mit der Stadt Bernkastel-Kues vom 04.08.2014

Freundschaftsabkommen und eine mittelalterliche Sammelhandschrift zum 550. Todestag

Bernkastel-Kues, 04. August 2014. In der Moselstadt Bernkastel-Kues steht das Jahr 2014 ganz im Zeichen des Nikolaus von Kues (1401-1464). Es ist der 550. Todestag des großen Philosophen und Theologen, der mit einer Gedenkfeier am 10. August im St. Nikolaus-Hospital / Cusanusstift in Kues gefeiert wird. An diesem Tag wird auch die vom Hospital mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder neu erworbene mittelalterliche Sammelhandschrift der Öffentlichkeit präsentiert. Gefeiert wird außerdem ein Freundschaftsabkommen mit der Stadt Brixen. Das Freundschaftsabkommen wird am 09. August als einziger Tagesordnungspunkt in einer öffentlichen  Stadtratssitzung behandelt, zu der alle interessierten Bürger eingeladen sind.

In Brixen wurde Nikolaus von Kues als Fürstbischof eingesetzt mit dem Ziel, hieraus ein Musterbistum zu machen. Am Ende blieb ihm nur die Flucht aus der ältesten Stadt Tirols. Heute muss keiner flüchten – ganz im Gegenteil – die Stadt bietet Natur- und Kulturerlebnisse sowohl im Sommer als auch im Winter. „Das Urlaubsangebot der Stadt – der Flair des Mittelalterlichen – und nicht zuletzt die Verbindung mit Nikolaus von Kues schreit geradezu nach einer Partnerschaft mit unserer Stadt“, erklärt Stadtbürgermeister Wolfgang Port und spricht damit seinem Amtskollegen in Brixen Albert Pürgstaller aus der Seele.

Und so kommt auch kein geringerer als Bischof der Diözese Bozen-Brixen, Dr. Ivo Muser, nach Bernkastel-Kues, um gemeinsam mit der Stadt den 550. Todestag des Cusanus zu feiern. Aus diesem Anlass wird Bischof Dr. Muser am Samstag, den 9. August 2014 um 16:00 Uhr in der Eucharistiefeier den neuen Zelebrationsaltar sowie den neuen Ambo in der Hauskapelle des Hospitals benedizieren. Die Gedenkfeier am Sonntag, den 10. August steht unter der Schirmherrschaft der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer.,  Sie wird im St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift stattfinden. Die Festansprache wird Staatssekretär Walter Schumacher übernehmen. Rektor und Hausherr Leo Hofmann freut sich auf den hohen Besuch und ist auch stolz darauf, zu diesem Anlass zusammen mit dem stellvertretenden Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, Dr. Martin Hoernes, eine neu erworbene Handschrift aus dem 15. Jahrhundert präsentieren zu können. „Es handelt sich um eine Handschrift, die noch zu Lebzeiten des Nikolaus von Kues geschrieben wurde und die eine deutschsprachige Auslegung von Cusanus zum Vaterunser enthält“, so Rektor Hofmann.

Die neue Handschrift wird am 10. August innerhalb der Gedenkfeiern erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Zu diesen Feierlichkeiten, die um 10 Uhr mit einem Pontifikalamt von Bischof Muser in St. Briktius in Kues beginnen und ab 12 Uhr im Innenhof des Hospitals mit einem Festakt fortgesetzt werden, ist die Öffentlichkeit herzlich eingeladen. Im Innenhof des St. Nikolaus Hospitals werden Vertreter des Landes, der Stadt, des St. Nikolaus-Hospitals, der Cusanusforschung, der Kulturstiftung der Länder und Vertreter aus Brixen mit dabei sein. Nach den Feierlichkeiten wird dann die Ausstellung „Das Erbe des Cusanus“ im Gotischen Saal des Hospitals eröffnet.

 

Pressemeldung vom 31.07.2014

Neuerwerbung einer mittelalterlichen Handschrift im St. Nikolaus-Hospital / Cusanusstift

Bernkastel-Kues: Anlässlich des 550. Todestags seines Stifters hat das St. Nikolaus-Hospital / Cusanusstift eine wertvolle mittelalterliche Sammelhand­schrift aus dem 15. Jahrhundert mit einer Abschrift der deutschsprachigen Vaterunser-Auslegung (Sermo XXIV) von Nikolaus von Kues erworben. Die Kulturstiftung der Länder hat den Ankauf unterstützt.

Pressekontakt: Marco Brösch M. A. (LIS), Bibliothekar der Cusanus-Bibliothek im St. Nikolaus-Hospital / Cusanusstift, E-Mail: info[at]cusanus.de

Auf die persönliche Bitte des Augsburger Bischofs und Kardinals Peter von Schaumberg fer­tigte Nikolaus von Kues zu Beginn des Jahres 1441 eine schriftliche Ausarbeitung seiner kurz zuvor in der Reichsstadt gehaltenen Predigt über das Vaterunser an. Zusammen mit einer weiteren Predigt gehört diese katechetische Auslegung zu den einzigen theologischen Ab­handlungen von Cusanus in deutscher Sprache. Weltweit existieren heute nur neun Abschriften dieses Werkes, das – neben seiner fast zeitgleich entstandene Schrift ‚De docta ignorantia‘ – zu den ‚originalsten‘ Werken des Philosophen und Theologen von der Mosel zählt.

Die von der Kunsthandlung Les Enluminures, Chicago/Paris (ehemals Privatbesitz Kurt Ruh, Würzburg) erworbene Handschrift entstand vermutlich zwischen 1460 und 1485 im Franzis­kanerkloster St. Agnes ad Olivas in Köln und wurde somit evtl. noch zu Lebzeiten des Niko­laus von Kues angefertigt. Die darin enthaltene Abschrift der Vaterunser-Auslegung konnte bislang in der Cusanus-Forschung nicht hinreichend berücksichtigt werden. Dabei bedeutet die Überlieferung eine kleine Sensation, da der darin erhaltene Text der nicht mehr vorhan­denen Autorfassung des Nikolaus von Kues textlich und sprachlich sehr nahe steht. Die Handschrift enthält darüber hinaus noch eine Vielzahl weiterer volkssprachlicher Erbau­ungstexte, so z. B. eine deutsche Übersetzung der ‚Ars bene moriendi‘ (‚Kunst des rechten Sterbens‘), eine Kurzvita der Elisabeth von Thüringen sowie das erste Buch der ‚Nachfolge Christi‘ von Thomas von Kempen.

Bei der Neuerwerbung, die mit großzügiger Unterstützung der Kulturstiftung der Länder realisiert werden konnte, handelt es sich nicht nur um den ersten bedeutenden Kauf einer mittelalterlichen Handschrift durch das St. Nikolaus-Hospital in Bernkastel-Kues seit 1838, sondern auch um das erste im Cusanusstift vorhandene theologische Werk des Nikolaus von Kues in deutscher Sprache. Die wissenschaftliche Auswertung der Handschrift, die eine Neuedition der Vaterunser-Predigt ermöglicht, erfolgt in Kooperation mit dem Institut für Cusanus-Forschung in Trier. Die Cusanus-Bibliothek in Bernkastel-Kues umfasst nunmehr 316 Handschriften vom 9.-18. Jahrhundert, von denen noch etwa 270 aus dem Besitz von Nikolaus von Kues selbst stammen.

Im Rahmen des zentralen Festaktes zum 550. Todestag von Nikolaus von Kues um 12:00 Uhr am 10. August 2014 im Innenhof des St. Nikolaus-Hospitals in Bernkastel-Kues (Cusanus­straße 2) wird die neue Handschrift der Öffentlichkeit vorgestellt. Anschließend findet im barocken Konventsaal des Hospitals ein Pressegespräch statt. Ab 16:00 Uhr sowie am Folgetag, Montag den 11. August, von 10:00 bis 18:00 Uhr, besteht darüber hinaus die Ge­legenheit, die neue Handschrift in der Sonderausstellung ‚Das Erbe des Cusanus‘ zu sehen. Medienvertreter haben darüber hinaus die Möglichkeit, sich nach Voranmeldung bereits im Vorfeld der Gedenkveranstaltung im St. Nikolaus-Hospital über die Handschrift zu informie­ren und Pressefotos anzufertigen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie auch auf der Seite der Kulturstiftung der Länder, unter http://www.kulturstiftung.de/presse/pressemitteilungen/

 

Beispielbilder aus der neu erworbenen Handschrift (Cod. Cus. 220a)

 

Nikolaus von Kues: Vaterunser-Auslegung, dt. (I) = Sermo XXIV (1441), in: Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital, Cod. Cus. 220a, Bl. 219r

Nikolaus von Kues: Vaterunser-Auslegung, dt. (I) = Sermo XXIV (1441),

in: Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital, Cod. Cus. 220a, Bl. 219r-243r

(Fotos: Arnold Fusenig, Stadtbibliothek Trier/ © St. Nikolaus-Hospital, Bernkastel-Kues)

 


 

Pressemeldung vom 29.07.2014

 

Johannes Kirschweng

Lesung und Vortrag: Johannes Kirschweng "Das Tor der Freude"

Das Institut für Cusanus-Forschung in Trier lädt in Kooperation mit dem St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift in Bernkastel-Kues anlässlich des Jubiläumsjahres 2014 zu einer weiteren Veranstaltung.
Professor Walter Andreas Euler (Direktor des Cusanus-Institutes in Trier) und Herr Stefan Kritten (Monzelfeld) lesen aus und referieren über Johannes Kirschwengs  „Das Tor zur Freude“
am Freitag den 8. August 2014, um 19:00 Uhr, im Barocksaal des St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Cusanusstr. 2 in Bernkastel-Kues.

„Das Tor der Freude“ von 1940 ist der herausragende Roman des saarländischen Schriftstellers Johannes Kirschweng (1900–1951) und nimmt unter den zahlreichen belletristischen Annäherungen an Leben und Werk des Nikolaus von Kues einen besonderen Platz ein. Die Handlung des Romans konzentriert sich auf die letzten Wochen des Kardinals im Sommer 1464 in Umbrien, durch Rückblenden wird aber auch sein bisheriges Leben in den Blick genommen. Kirschweng schildert einfühlsam, wie dem leidenden Kirchenpolitiker im Angesicht des Todes die eigene Zerrissenheit seiner bisherigen Existenz bewusst wird und ihm dadurch eine letzte Reifung gelingt.

Johannes Kirschweng wurde 1900 in Wadgassen/Saar geboren. Von 1907 bis 1912 besuchte er die dortige Volksschule und anschließend ein Gymnasium und das Bischöfliche Konvikt in Trier. Er nahm als Soldat der kaiserlichen Armee am Ersten Weltkrieg teil. Nach Kriegsende studierte er Katholische Theologie und Philosophie am Priesterseminar in Trier. 1924 wurde er zum Priester geweiht. Bis 1926 wirkte er als Kaplan in Bernkastel/Mosel, später in Bad Neuenahr. Gleichzeitig setzte er sein Theologiestudium an der Universität Bonn fort und beschäftigte sich mit deutscher und französischer Literaturgeschichte. Ein Stelle als Kaplan in Saarbrücken konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antreten. Stattdessen widmete er sich verstärkt der Schriftstellerei. Er wurde vom Trierer Bischof auf Dauer beurlaubt und zog sich als freier Schriftsteller nach Wadgassen zurück, wo er bis zu seinem Tod 1951 lebte. Die elfbändige Werkausgabe zeugt von einem produktiven Schaffen.

Alle Interessenten sind herzlich eingeladen und willkommen.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und die Teilnahme ist frei.