Bau und Ausstattung

Verkündigung, Tympanon über dem Eingang zum Refektorium
In einem Zeitraum von nicht einmal zehn Jahren (ca. 1451-1458) wurde der stattliche Hospitalsbau am Moselufer errichtet.

Konsolfigur im Kreuzgang
Prächtige Gewölbe mit abwechslungsreichen Schlußsteinen und phantasievollen Konsol-figürchen an den Rippenenden, variantenreiche Maßwerkfenster, reiche Wandmalereien und zahlreiche kunstvoll ausgearbeitete Details beeindrucken noch heute.
Genau davon spricht der Stifter, wenn er stolz feststellt, er habe einen "kostlichen Bau getan", einen schönen und kostspieligen Bau. Nach eigenen Angaben hat er die ansehnliche Summe von 10.000 Goldgulden dafür aufgewendet.
Der Kreuzgang

Kreuzgang
Mit seinen Gewölbe- und Maßwerkvariationen ist der Kreuzgang Ausdruck des cusanischen Gedankens der "concordantia catholica" (allumfassende Einheit).

Schlussstein
Ein Schlussstein im Gewölbe des Kreuzgangs zeigt das Familienwappen des Cusanus: der Krebs leitet sich her aus dem Familiennamen Cryfftz (= Krebs).
Die Kapelle

Kapelle mit achteckiger
Mittelsäule
Der Stifter betrachtete die Kapelle als den Mittelpunkt seines Hospitals. Hier sollten sich in Anlehnung an klösterliche Gewohnheiten die Bewohner mehrmals am Tag zu Gebet und Gottesdienst versammeln. Eine schlanke, achteckige Mittelsäule, nach oben aufgefächert in zwölf feingliedrige Rippen, trägt das Gewölbe.
Das Gerichtsbild

Das Gerichtsbild
So wie Nikolaus in der Stiftungsurkunde seine Auseinandersetzung mit dem unausweichlichen Weltgericht schildert, soll das Gerichtsbild auf der Nordwand der Hospitalskapelle dem Besucher der Kapelle ständige Mahnung sein: weder Reichtum, noch Macht oder Gelehrsamkeit bewahren den Menschen vor der Gefahr der ewigen Verdammnis.
Der Passionsaltar
Das Passionstriptychon auf dem Hochaltar der Stiftskapelle gilt als ein Frühwerk des in Köln von ca. 1460–1485 tätigen Meisters des Marienlebens. Unter dem Kreuz Christi erkennen wir an seinem Kardinalsornat und dem Krebswappen den Stifter.
Passionstriptychon auf dem Hochaltar
Die Kapelle als Grablege

o: Grabplatte Nikolaus v. Kues
u: Grabplatte Klara Cryfftz
Die Messingplatte, die Nikolaus von Kues im Bischofsornat zeigt, bedeckt im Boden des Chorraums das Herzgrab des Stifters. Als ihr Vorbild diente die Marmorplatte, die zu dem mehrteiligen Körpergrab des Cusanus in seiner Kardinalskirche in Rom (San Pietro in Vincoli) gehört.
Auch Klara Cryfftz, die Schwester des Stifters, wurde 1473 in der Kapelle beigesetzt, ihre Grabplatte ist erhalten und steht heute vor dem ehemaligen Südeingang.
Die Bibliothek

Der Bibliotheksraum
Als Universalerbe des Nikolaus von Kues kam das Cusanusstift nach dessen Tod in den Besitz seiner umfangreichen Gelehrtenbibliothek. Für diesen Büchernachlaß wurde eigens ein Raum geschaffen. Er liegt im Obergeschoss über der Sakristei und ist mit seiner Mittelsäule dem Kapellenschiff nachempfunden. Dort werden noch heute 314 teilweise kostbar ausgestattete Handschriften des 9.-15. Jahrhunderts aus allen Wissensgebieten aufbewahrt.
Der Barocksaal

Gründungsakt des St. Nikolaus-Hospitals
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die Stiftsanlage außen barockisiert und um einen repräsentativen barocken Gebäudetrakt ergänzt. Im prunkvollsten der so entstandenen Räume erinnert das gesamte Bildprogramm an den Stifter: vier 'biographische' Portraits aus der Werkstatt des Johannes Leutzgen aus Graach zeigen Cusanus an wichtigen Stationen seines Lebens: als Student, als Konzilsteilnehmer, bei der feierlichen Investitur als Kardinal und als Stifter des St. Nikolaus-Hospitals.

Detail der Stuckdecke
Die Stuckdecke, die als eine der wertvollsten im Trierer Land gilt, thematisiert in reicher Symbolik den cusanischen Leitgedanken von der "concordantia catholica", der "allumfassenden Einheit".