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Presse

Pressemeldung vom 19. Juli 2016: Ausstellung „Nikolaus von Kues und die Caritas“ im St. Nikolaus-Hospital

Am kommenden Samstag, den 22. Juli 2016, wird im Anschluss an die Feier der Kirchweihe um 16:00 Uhr die neue Ausstellung „Nikolaus von Kues und die Caritas“ im St. Nikolaus-Hospital /Cusanusstift in Bernkastel-Kues eröffnet.

Auch wenn Nikolaus von Kues keine ausgearbeitete Theologie zur Caritas bzw. Nächstenliebe hinterlassen hat, so spielt sie dennoch eine wichtige Rolle im Leben des Kardinals, der mit der Stiftung des St. Nikolaus-Hospitals in Bernkastel-Kues sein größtes Werk der Barmherzig­keit vollbracht hat. In diesem Jahr, in dem der Trierer Caritas-Verband sein 100-jähriges Bestehen feiert und das von Papst Franziskus zum Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen wurde, möchte auch das Cusanusstift in Kooperation mit dem Institut für Cusanus-Forschung in Trier mit der Hausausstellung „Nikolaus von Kues und die Caritas“ einen thematischen Beitrag hierzu leisten.

Anhand ausgesuchter Exponate aus dem Nachlass des Nikolaus von Kues und der Bibliothek des Cusanusstiftes soll zunächst ein grober Überblick über die Geschichte der Nächstenliebe von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert gegeben werden. Darüber hinaus steht die per­sönliche Haltung des Kardinals zur Caritas sowie die wechselvolle Geschichte des St. Niko­laus-Hospitals und seiner Bewohner im Zentrum der Ausstellung. Als Höhepunkt wird ein Holzmodell des Hospitalgrundrisses zu sehen sein, das den Bau des Stiftes vor den barocken An- und Umbauten des 18. Jahrhunderts zeigt und im vergangenen Jahr für die große Caritas-Ausstellung im erzbischöflichen Diözesanmuseum in Paderborn angefertigt wurde.

Die Ausstellung „Nikolaus von Kues und die Caritas“ kann auf Anfrage vom 25. Juli 2016 bis zum 09. April 2017 von Montag bis Freitag 09:00 – 12:00 Uhr im Gotischen Saal des St. Nikolaus-Hospitals in Bernkastel-Kues besichtigt werden. In der Zeit vom 19. Dezember 2016 bis zum 8. Januar 2017 sowie vom 23. Februar bis zum 5. März 2017 ist sie geschlossen. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Auch außerhalb der Öffnungszeiten besteht die Möglichkeit, die Ausstellung im Rahmen einer gebuchten Führung zu sehen. Nähere Informationen hierzu  auf der Facebook-Seite unter: https://www.facebook.com/Cusanusstift/?fref=ts

'Hungernde speisen' aus dem Bilderzyklus "Die Werke der Barmherzigkeit" (ca. 1773-1775) des Bernkasteler Malers Franz Freund im Kreuzgang des St. Nikolaus-Hospitals. (Foto: Dieter Hoffmann, Bernkastel-Kues)

Die Gemälde im Kreuzgang des Stiftes zeigen dabei nicht nur die sieben Werke der Barmherzigkeit, sondern auch die Bewohner, Bediensteten und Honoratioren des St. Nikolaus–Hospitales, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts im Stift lebten und wirkten. So sieht man z. B. auf dem Bildausschnitt die Hauswirtschafterin des Hospitals, Anna Maria Hegener, die an Bewohner, auswärtige Arme und Pilger Brot verteilt. 

 

 

 


Pressemeldung vom 26. November 2015: Pressemeldung: Nikolausfeier 2015 und Eröffnung Wanderausstellung 

Am Samstag, den 5. Dezember 2015,um 15:30 Uhr findet die traditionelle Nikolausfeier im St. Nikolaus-Hospital/ Cusanusstift in Bernkastel-Kues statt, in deren Anschluss die Wan­derausstellung „Der Krieg an der Mittelmosel und im Hunsrück 1734/35 – 280 Jahre Schlacht bei Klausen“ eröffnet wird.

Als erste Station nach der Premiere in Klausen wird die Wanderausstellung „Der Krieg an der Mittelmosel und im Hunsrück 1734/35 – 280 Jahre Schlacht bei Klausen“ vom 7. Dezember bis 20. März im St. Nikolaus-Hospital in Bernkastel-Kues zu sehen sein. Unabhängig von den Kampfhandlungen an der Salm wurde bereits 1734 die Mittelmosel in die kriegerischen Auseinandersetzungen des Polnischen Thronfolgekrieges hingezogen. Spätestens nach der Zerstörung der Grevenburg in Traben-Trarbach im Sommer 1734 kam Bernkastel-Kues eine besondere strategische Bedeutung zu, als die französische Armee hier zentrale Versorgungs- und Nachschublager einrichtete. Darüber hinaus wurde zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt eine Pontonbrücke über die Mosel geschlagen, zu deren Überwachung das St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift befestigt und mit einer französischen Garnison versehen wurde. Zu dieser relativ unbekannten Episode in der Geschichte des Stiftes und der Stadt Bernkastel-Kues werden u. a. bislang noch nie gezeigte Exponate aus dem Hospitalsarchiv ausgestellt.

Passend zur diesjährigen Ausstellungsthematik feiert der Pfarrer und Wallfahrtsdirektor von Klausen, Dominikanerpater Albert Seul, zusammen mit Dechant Georg Moritz und Rektor Leo Hofmann das diesjährige Festhochamt zum Patronatsfest. Die Feier wird musikalisch bereits um 15:30 Uhr vom Jugendchor der Pfarrei St. Briktius in Kues unter der Leitung von Michael Meyer mit adventlicher Chormusik eröffnet. Nach dem Festhochamt in der Kapelle um 16:00 Uhr findet anschließend im Stift noch eine Begegnung mit Imbiss und Umtrunk statt.

Die Wanderausstellung unter der Schirmherrschaft des rheinland-pfälzischen Landtagspräsidenten Joachim Mertes ist vom 7. Dezember bis 20. März 2016, jeweils von Montag bis Freitag von 09:00 – 12:00 sowie sonntags am 20. Dez., 24. Jan., 21. Feb. und 20. März jeweils von 14:00 - 18:00 Uhr im St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Cusanusstraße 2, 54470 Bernkastel-Kues zu besichtigen. Geschlossen: Vom 21. Dezember 2015 - 1. Januar 2016 sowie vom 5. - 12. Februar 2016. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen auch unter: Ausstellungen sowie der Homepage der Gemeinde Klausen (www.klausen.de )

 

 



 


 

Pressemeldung vom 17.08.2015: Nikolaus von Kues und die Caritas.

Exponate aus dem St. Nikolaus-Hospital und dem Cusanus-Geburtshaus werden in Paderborner Caritas-Ausstellung gezeigt. 

Bernkastel-Kues/Trier/Paderborn: Elf Exponate aus dem St. Nikolaus-Hospital und dem Cusanus-Geburtshaus in Bernkastel-Kues bereichern die hochkarätige Ausstellung ‚Caritas. Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart‘, die noch bis zum 13. Dezember im Diözesanmuseum in Paderborn zu sehen ist. Am reich bebilderten Ausstellungskatalog, der neben einem thematische Aufsatz auch die Beschreibungen aller gezeigten Exponate enthält, waren sowohl Mitarbeiter des St. Nikolaus-Hospitals als auch des Cusanus-Institutes in Trier als Autoren beteiligt.

Angesichts zunehmender internationaler Krisenherde, Flucht und Vertreibung, Globalisierung, der Überalterung der Gesellschaft usw. kommt der Frage nach dem Umgang mit den Mitmenschen, der Sensibilisierung für Ihre Nöte und Probleme und den Formen gelebter Nächstenliebe eine zunehmende Bedeutung zu. Nicht ohne Grund hat Papst Franziskus daher das kommende Jahr zum ‚Jahr der Barmherzigkeit‘ ausgerufen. Die hochaktuelle Thematik wird bereits derzeit in einer Ausstellung im Diözesanmuseum in Paderborn aufgegriffen, wobei hier der Schwerpunkt auf der Geschichte der Caritas von der Antike bis zur heutigen Zeit liegt. Dabei soll nicht nur eine historische Rückschau gehalten, sondern auch zu einer Auseinandersetzung mit den heutigen Formen der christlichen Nächstenliebe sowie ihren Grenzen angeregt werden.

Neben den verschiedenen Motiven christlicher Nächstenliebe in Kunst und Kultur, werden in der Ausstellung ebenso charismatische Persönlichkeiten mit Herz wie Martin von Tours, Elisabeth von Thüringen, Franz von Assisi oder auch Kardinal Nikolaus von Kues in den Mittelpunkt gestellt. Auch wenn sich Nikolaus von Kues philosophisch kaum mit dem Begriff der ‚Caritas‘ auseinandersetzte, so spielte sie zeit seines Lebens dennoch eine zentrale Rolle. Ein beredtes Zeugnis seiner ‚gelebten Nächstenliebe‘ gibt das St. Nikolaus-Hospital in Bernkastel-Kues, das der Kardinal mit seiner Familie stiftete und das 33 armen Männern im Alter eine neue Heimat bieten sollte. Bis heute gehört das vor 550 Jahren eröffnete Cusanusstift daher zu den ältesten Altenheimen Deutschlands. Die Stiftung erfolgte allerdings nicht nur aus reiner Selbstlosigkeit, sondern sollte als Werk der Barmherzigkeit auch dem persönlichen Seelenheil des Kardinals von der Mosel dienen und gleichzeitig die Erinnerung an ihn und seine Familie wachhalten.

Neben antiken Sarkophagen sowie Gemälden und Zeichnungen von Raffael, Lucas Cranach d. Älteren, Käthe Kollwitz oder Pablo Picasso aus ganz Europa und den USA, können in Paderborn bis zum 13. Dezember 2015 auch elf Exponate aus dem St. Nikolaus-Hospital und dem Cusanus-Geburtshaus in Bernkastel-Kues betrachtet werden. Hierzu gehören z. B. einige mittelalterlichen Handschriften aus der Cusanus-Bibliothek, die Nachbildung seines Grabaltares in Rom, sein persönlicher Kelch, aber auch bedeutende Urkunden aus dem Stiftsarchiv, wie sein Testament (1464) oder die Stiftungsurkunde des Hospitals (1458), die eindrucksvoll sein soziales bzw. caritatives Engagement belegen. Ein eigens von den Paderborner Ausstellungsmachern erstelltes Modell des Hospitals und eine Videoinstallation über das Stift runden den thematischen Schwerpunkt ab.

Durch die Aufnahme der Cusanus-Exponate in die herausragende Paderborner Caritas-Ausstellung, die unter der Schirmherrschaft des engen Papstberaters, Oscar Andrés Kardinal Rodríguez Maradiaga, SDB, steht, wird nochmals eindrucksvoll belegt, welche große Bedeutung Cusanus, das St. Nikolaus-Hospital in Bernkastel-Kues und seine Sammlungen auch für die Thematik der christlichen Caritas im Spätmittelalter einnimmt.

Näheres zur Ausstellung im Diözesanmuseum in Paderborn unter: http://caritas-ausstellung.de/

Eindrücke von der Caritas-Ausstellung in Paderborn (© Copyright Diözesanmuseum Paderborn. Alle Rechte vorbehalten.)

 

 


 

 

Pressemeldung vom 21.12.2014: Auf der Suche nach der verlorenen Cusanus-Karte

Bis Ende Juli 2015 besteht am letzten Wochenende eines Monats, d.h. samstags von 11:00-15:00 Uhr und sonntags von 14:00-18:00 Uhr die Möglichkeit, sich die aktuelle Ausstellung „Der Mensch als Kosmograph - kartographische Werke aus dem Umfeld des Nikolaus von Kues und aus der Cusanus-Bibliothek“ im St. Nikolaus-Hospital, Cusanusstr. 2, in Bernkastel-Kues anzuschauen. Der Eintritt ist jeweils frei.

Im Mittelpunkt der dritten Ausstellung zum 550. Todestag des Universalgelehrten steht dabei die älteste Karte Mitteleuropas, die auf Nikolaus von Kues zurückgeht. Auch wenn das Original selbst nicht mehr erhalten ist, so existiert noch eine Vielzahl von Kopien, die auf die Karte des Kardinals zurückgehen und auf denen u. a. ‚Kues‘, der Heimatort des großen Theologen und Philosophen von der Mosel, eingezeichnet wurde. Nikolaus Cusanus interes­sierte sich allerdings auch aus philosophisch-theologischen Gründen für Astronomie und Geographie. Er gilt als Vordenker von Nikolaus Kopernikus und Johannes Kepler, der sich bereits von der mittelalterlichen Vorstellung von der Erde im Zentrum des Universums löste.

Neben einigen kartographischen Reproduktionen sowie verschiedenen mittelalterlichen Handschriften aus dem Nachlass des Cusanus, haben die Besucher die Gelegenheit, eine der seltenen Drucke der Cusanus-Karte aus der Sammlung Niewodniczański (Bitburg) zu bestaunen. Ausgestellt sind ferner einige astronomische Geräte und Instrumente aus dem 15. Jahrhundert, die von Nikolaus von Kues verwendet wurden. Hierzu zählt auch ein ‚Astrolabium‘ (‚Sternengreifer‘), das der Kardinal 1444 in Nürnberg erwarb und mit dessen Hilfe sich die Position der Sterne, aber auch die Uhrzeit und die Himmelsrichtungen bestim­men lassen. 

 

Gemeinsame Pressemeldung mit der Stadt Bernkastel-Kues vom 04.08.2014

Freundschaftsabkommen und eine mittelalterliche Sammelhandschrift zum 550. Todestag

Bernkastel-Kues, 04. August 2014. In der Moselstadt Bernkastel-Kues steht das Jahr 2014 ganz im Zeichen des Nikolaus von Kues (1401-1464). Es ist der 550. Todestag des großen Philosophen und Theologen, der mit einer Gedenkfeier am 10. August im St. Nikolaus-Hospital / Cusanusstift in Kues gefeiert wird. An diesem Tag wird auch die vom Hospital mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder neu erworbene mittelalterliche Sammelhandschrift der Öffentlichkeit präsentiert. Gefeiert wird außerdem ein Freundschaftsabkommen mit der Stadt Brixen. Das Freundschaftsabkommen wird am 09. August als einziger Tagesordnungspunkt in einer öffentlichen  Stadtratssitzung behandelt, zu der alle interessierten Bürger eingeladen sind.

In Brixen wurde Nikolaus von Kues als Fürstbischof eingesetzt mit dem Ziel, hieraus ein Musterbistum zu machen. Am Ende blieb ihm nur die Flucht aus der ältesten Stadt Tirols. Heute muss keiner flüchten – ganz im Gegenteil – die Stadt bietet Natur- und Kulturerlebnisse sowohl im Sommer als auch im Winter. „Das Urlaubsangebot der Stadt – der Flair des Mittelalterlichen – und nicht zuletzt die Verbindung mit Nikolaus von Kues schreit geradezu nach einer Partnerschaft mit unserer Stadt“, erklärt Stadtbürgermeister Wolfgang Port und spricht damit seinem Amtskollegen in Brixen Albert Pürgstaller aus der Seele.

Und so kommt auch kein geringerer als Bischof der Diözese Bozen-Brixen, Dr. Ivo Muser, nach Bernkastel-Kues, um gemeinsam mit der Stadt den 550. Todestag des Cusanus zu feiern. Aus diesem Anlass wird Bischof Dr. Muser am Samstag, den 9. August 2014 um 16:00 Uhr in der Eucharistiefeier den neuen Zelebrationsaltar sowie den neuen Ambo in der Hauskapelle des Hospitals benedizieren. Die Gedenkfeier am Sonntag, den 10. August steht unter der Schirmherrschaft der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer.,  Sie wird im St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift stattfinden. Die Festansprache wird Staatssekretär Walter Schumacher übernehmen. Rektor und Hausherr Leo Hofmann freut sich auf den hohen Besuch und ist auch stolz darauf, zu diesem Anlass zusammen mit dem stellvertretenden Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, Dr. Martin Hoernes, eine neu erworbene Handschrift aus dem 15. Jahrhundert präsentieren zu können. „Es handelt sich um eine Handschrift, die noch zu Lebzeiten des Nikolaus von Kues geschrieben wurde und die eine deutschsprachige Auslegung von Cusanus zum Vaterunser enthält“, so Rektor Hofmann.

Die neue Handschrift wird am 10. August innerhalb der Gedenkfeiern erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Zu diesen Feierlichkeiten, die um 10 Uhr mit einem Pontifikalamt von Bischof Muser in St. Briktius in Kues beginnen und ab 12 Uhr im Innenhof des Hospitals mit einem Festakt fortgesetzt werden, ist die Öffentlichkeit herzlich eingeladen. Im Innenhof des St. Nikolaus Hospitals werden Vertreter des Landes, der Stadt, des St. Nikolaus-Hospitals, der Cusanusforschung, der Kulturstiftung der Länder und Vertreter aus Brixen mit dabei sein. Nach den Feierlichkeiten wird dann die Ausstellung „Das Erbe des Cusanus“ im Gotischen Saal des Hospitals eröffnet.

 

Pressemeldung vom 31.07.2014

Neuerwerbung einer mittelalterlichen Handschrift im St. Nikolaus-Hospital / Cusanusstift

Bernkastel-Kues: Anlässlich des 550. Todestags seines Stifters hat das St. Nikolaus-Hospital / Cusanusstift eine wertvolle mittelalterliche Sammelhand­schrift aus dem 15. Jahrhundert mit einer Abschrift der deutschsprachigen Vaterunser-Auslegung (Sermo XXIV) von Nikolaus von Kues erworben. Die Kulturstiftung der Länder hat den Ankauf unterstützt.

Pressekontakt: Marco Brösch M. A. (LIS), Bibliothekar der Cusanus-Bibliothek im St. Nikolaus-Hospital / Cusanusstift, E-Mail: info[at]cusanus.de

Auf die persönliche Bitte des Augsburger Bischofs und Kardinals Peter von Schaumberg fer­tigte Nikolaus von Kues zu Beginn des Jahres 1441 eine schriftliche Ausarbeitung seiner kurz zuvor in der Reichsstadt gehaltenen Predigt über das Vaterunser an. Zusammen mit einer weiteren Predigt gehört diese katechetische Auslegung zu den einzigen theologischen Ab­handlungen von Cusanus in deutscher Sprache. Weltweit existieren heute nur neun Abschriften dieses Werkes, das – neben seiner fast zeitgleich entstandene Schrift ‚De docta ignorantia‘ – zu den ‚originalsten‘ Werken des Philosophen und Theologen von der Mosel zählt.

Die von der Kunsthandlung Les Enluminures, Chicago/Paris (ehemals Privatbesitz Kurt Ruh, Würzburg) erworbene Handschrift entstand vermutlich zwischen 1460 und 1485 im Franzis­kanerkloster St. Agnes ad Olivas in Köln und wurde somit evtl. noch zu Lebzeiten des Niko­laus von Kues angefertigt. Die darin enthaltene Abschrift der Vaterunser-Auslegung konnte bislang in der Cusanus-Forschung nicht hinreichend berücksichtigt werden. Dabei bedeutet die Überlieferung eine kleine Sensation, da der darin erhaltene Text der nicht mehr vorhan­denen Autorfassung des Nikolaus von Kues textlich und sprachlich sehr nahe steht. Die Handschrift enthält darüber hinaus noch eine Vielzahl weiterer volkssprachlicher Erbau­ungstexte, so z. B. eine deutsche Übersetzung der ‚Ars bene moriendi‘ (‚Kunst des rechten Sterbens‘), eine Kurzvita der Elisabeth von Thüringen sowie das erste Buch der ‚Nachfolge Christi‘ von Thomas von Kempen.

Bei der Neuerwerbung, die mit großzügiger Unterstützung der Kulturstiftung der Länder realisiert werden konnte, handelt es sich nicht nur um den ersten bedeutenden Kauf einer mittelalterlichen Handschrift durch das St. Nikolaus-Hospital in Bernkastel-Kues seit 1838, sondern auch um das erste im Cusanusstift vorhandene theologische Werk des Nikolaus von Kues in deutscher Sprache. Die wissenschaftliche Auswertung der Handschrift, die eine Neuedition der Vaterunser-Predigt ermöglicht, erfolgt in Kooperation mit dem Institut für Cusanus-Forschung in Trier. Die Cusanus-Bibliothek in Bernkastel-Kues umfasst nunmehr 316 Handschriften vom 9.-18. Jahrhundert, von denen noch etwa 270 aus dem Besitz von Nikolaus von Kues selbst stammen.

Im Rahmen des zentralen Festaktes zum 550. Todestag von Nikolaus von Kues um 12:00 Uhr am 10. August 2014 im Innenhof des St. Nikolaus-Hospitals in Bernkastel-Kues (Cusanus­straße 2) wird die neue Handschrift der Öffentlichkeit vorgestellt. Anschließend findet im barocken Konventsaal des Hospitals ein Pressegespräch statt. Ab 16:00 Uhr sowie am Folgetag, Montag den 11. August, von 10:00 bis 18:00 Uhr, besteht darüber hinaus die Ge­legenheit, die neue Handschrift in der Sonderausstellung ‚Das Erbe des Cusanus‘ zu sehen. Medienvertreter haben darüber hinaus die Möglichkeit, sich nach Voranmeldung bereits im Vorfeld der Gedenkveranstaltung im St. Nikolaus-Hospital über die Handschrift zu informie­ren und Pressefotos anzufertigen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie auch auf der Seite der Kulturstiftung der Länder, unter http://www.kulturstiftung.de/presse/pressemitteilungen/

 

Beispielbilder aus der neu erworbenen Handschrift (Cod. Cus. 220a)

 

Nikolaus von Kues: Vaterunser-Auslegung, dt. (I) = Sermo XXIV (1441), in: Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital, Cod. Cus. 220a, Bl. 219r

Nikolaus von Kues: Vaterunser-Auslegung, dt. (I) = Sermo XXIV (1441),

in: Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital, Cod. Cus. 220a, Bl. 219r-243r

(Fotos: Arnold Fusenig, Stadtbibliothek Trier/ © St. Nikolaus-Hospital, Bernkastel-Kues)

 


 

Pressemeldung vom 29.07.2014

 

Johannes Kirschweng

Lesung und Vortrag: Johannes Kirschweng "Das Tor der Freude"

Das Institut für Cusanus-Forschung in Trier lädt in Kooperation mit dem St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift in Bernkastel-Kues anlässlich des Jubiläumsjahres 2014 zu einer weiteren Veranstaltung.
Professor Walter Andreas Euler (Direktor des Cusanus-Institutes in Trier) und Herr Stefan Kritten (Monzelfeld) lesen aus und referieren über Johannes Kirschwengs  „Das Tor zur Freude“
am Freitag den 8. August 2014, um 19:00 Uhr, im Barocksaal des St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Cusanusstr. 2 in Bernkastel-Kues.

„Das Tor der Freude“ von 1940 ist der herausragende Roman des saarländischen Schriftstellers Johannes Kirschweng (1900–1951) und nimmt unter den zahlreichen belletristischen Annäherungen an Leben und Werk des Nikolaus von Kues einen besonderen Platz ein. Die Handlung des Romans konzentriert sich auf die letzten Wochen des Kardinals im Sommer 1464 in Umbrien, durch Rückblenden wird aber auch sein bisheriges Leben in den Blick genommen. Kirschweng schildert einfühlsam, wie dem leidenden Kirchenpolitiker im Angesicht des Todes die eigene Zerrissenheit seiner bisherigen Existenz bewusst wird und ihm dadurch eine letzte Reifung gelingt.

Johannes Kirschweng wurde 1900 in Wadgassen/Saar geboren. Von 1907 bis 1912 besuchte er die dortige Volksschule und anschließend ein Gymnasium und das Bischöfliche Konvikt in Trier. Er nahm als Soldat der kaiserlichen Armee am Ersten Weltkrieg teil. Nach Kriegsende studierte er Katholische Theologie und Philosophie am Priesterseminar in Trier. 1924 wurde er zum Priester geweiht. Bis 1926 wirkte er als Kaplan in Bernkastel/Mosel, später in Bad Neuenahr. Gleichzeitig setzte er sein Theologiestudium an der Universität Bonn fort und beschäftigte sich mit deutscher und französischer Literaturgeschichte. Ein Stelle als Kaplan in Saarbrücken konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antreten. Stattdessen widmete er sich verstärkt der Schriftstellerei. Er wurde vom Trierer Bischof auf Dauer beurlaubt und zog sich als freier Schriftsteller nach Wadgassen zurück, wo er bis zu seinem Tod 1951 lebte. Die elfbändige Werkausgabe zeugt von einem produktiven Schaffen.

Alle Interessenten sind herzlich eingeladen und willkommen.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und die Teilnahme ist frei.