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Presse

Pressemeldung vom 06.11.2017

"Saufen für den Führer!" - 80 Jahre „Weinfest der Westmark“ in Bernkastel-Kues

Die NSDAP organisierte im Oktober 1937 das bis dahin größte Winzerfest in der Geschichte der Doctorstadt – Vortrag am 17. November 2017 im St. Nikolaus-Hospital/ Cusanusstift.

Nie zuvor - und auch nie danach(!) - hat es in Deutschland eine gewaltigere Absatzaktion für die heimischen Winzer gegeben: Unter der eingängigen Parole „Wein ist Volksgetränk!“ entfaltete das NS-Regime in den Friedensjahren des Dritten Reiches eine groß angelegte Weinpropaganda, die das Trinken deutschen Rebensaftes als geradezu nationale Tat beschwor. Im Rahmen all-jährlicher, im ganzen Reich stattfindender „Feste der deutschen Traube und des Weines“ wurden vom Parteiapparat der NSDAP allerorten im Reich von Ostpreußen bis nach Hinterpommern volkstümliche Weinfeste und Umzüge organisiert, was der Volksmund sogleich zu „Saufen für den Führer“ verballhornte.

Während am 16. und 17. Oktober 1937 zum letzten Mal allen Volksgenossen im großen Stil deutscher Wein als „Volksgetränk“ kredenzt wurde, fand zeitgleich an der Mittelmosel eine neue Spielart der Weinpropaganda ihre glanzvolle Premiere: Größer und großartiger als alle derartigen Veranstaltungen zuvor, lud die NS-Parteileitung von Koblenz-Trier an beiden Tagen nach Bernkastel-Kues zum „Weinfest der Westmark“. „Ein Fest“, so hatten es die Initiatoren bereits im Vorfeld vollmundig verkündet, „wie es nur nationalsozialistische Propaganda und national-sozialistischer Opfergeist zu Wege bringen“ könne: Rote Flaggenalleen und zahllose hakenkreuz-geschmückte Fensterteppiche zierten die Häuser, als zum Höhepunkt des Propagandaspektakels ein anderthalb Kilometer langer Festzug mit Teilnehmern aus allen Weinregionen des Gaugebie-tes über den historischen Marktplatz rollte.

Der gewaltige organisatorische Aufwand galt allerdings keineswegs allein der Förderung des Weinkonsums zur Beseitigung der Winzernot; vielmehr verfolgte der nationalsozialistische Gauleiter Gustav Simon damit seine eigenen und durchaus originär politischen Ziele.

„80 Jahre 'Weinfest der Westmark' in Bernkastel-Kues“, so lautet folgerichtig das Thema eines Vortrages, in dem der Traben-Trarbacher Museumsleiter Christof Krieger an dieses ungewöhnliche Ereignis erinnern möchte. Der Historiker, der sich in seiner Doktorarbeit an der Universität Trier mit der nationalsozialistischen Weinpropaganda an Mosel, Saar und Ruwer beschäftigte, gibt anhand zumeist unveröffentlichter Quellen überraschende Einblicke in ein weithin unbekanntes Kapitel der Heimatgeschichte.

Der Vortrag findet am Freitag, dem 17. November im Barocksaal des St. Nikolaus-Hospitals/Cusanusstiftes in Bernkastel-Kues (beim Weinmuseum/Vinothek im Stadtteil Kues!) statt. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Spenden willkommen.

 

Foto: Weinfest der Wstmark am 16. und 17. Oktober 1937 in Bernkastel-Kues (Foto: Mittelmoselmuseum Traben-Trarbach)

 


Pressemeldung vom 16.10.2017

Nikolaus von Kues für Nachtschwärmer – Erste ‚Lange Cusanus-Nacht‘ in Bernkastel-Kues

Am Samstag, den 28. Oktober 2017, laden das St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, das Cusanus-Geburtshaus, die Mosel Vinothek und das Weinmuseum von 18:00 bis 24:00 Uhr zur ersten ‚Langen Cusanus-Nacht‘ nach Bernkastel-Kues ein.

Auch wenn die Veranstaltungsform in Berlin, Trier und Traben-Trarbach schon eine lange Tradition hat, so ist für Bernkastel-Kues bislang noch keine lange Museumsnacht angeboten worden, die allen Interessierten außerhalb der gewohnten Öffnungszeiten einen Besuch in den verschiedenen Kultureinrichtungen vor Ort ermöglichen soll. Aus diesem Grund haben sich das Cusanus-Geburtshaus, die Mosel Vinothek und das Weinmuseum unter der Federführung des St. Nikolaus-Hospitals/Cusanusstifts zusammengetan, um zu Ehren des berühm-ten Sohnes der Stadt am 28. Oktober die erste ‚Lange Cusanus-Nacht‘ in Bernkastel-Kues zu veranstalten.

Den ersten Höhepunkt des Abends bildet dabei das Mozartkonzert von Prof. Andreas Frölich und Stipendiaten der Villa Musica, das von 19:00 bis 21:00 Uhr im Cusanus-Geburtshaus stattfindet. Anschließend besteht bis 24:00 Uhr die Möglichkeit, die Dauerausstellung zu Leben und Werk des Nikolaus von Kues, aber auch die Sonderausstellung ‚Pius II. im Cusa-nus-Geburtshaus – Die Pinturicchio-Fresken der Libreria Piccolomini im Dom von Siena‘ zu bewundern.

Für das leibliche Wohl mit Wein, Sekt und kulinarischen Kleinigkeiten sorgt die Mosel Vino-thek. Aus organisatorischen Gründen kann aber an diesem Abend keine umfassende Weinprobe in den Kellern der Anlage angeboten werden. Daneben öffnet auch das dazugehörige Weinmuseum/ Weinkulturelle Zentrum seine Pforten und ermöglicht spannende Einblicke in Landschaft, Wein und Kultur der Moselregion.

Im St. Nikolaus-Hospital beginnt die ‚Lange Cusanus-Nacht‘ um 18:00 Uhr im Barocksaal des Stiftes mit der Begrüßung durch Rektor Leo Hofmann und einem Kurzvortrag zu Leben und Werk des Nikolaus von Kues. Jeweils zur vollen Stunde werden abwechselnd Kurzführungen durch die Hospitalskapelle und die berühmte Cusanus-Bibliothek angeboten. Darüber hinaus haben die Besucher durchgehend die Gelegenheit, im gotischen Saal die Sonderausstellung ‚Cusanus und die Päpste‘ zu sehen, die in Kooperation mit dem Cusanus-Institut in Trier erstellt wurde, und sich am berühmten Kugelspiel des Kardinals zu versuchen. Als herausragenden Höhepunkt im Stift liest Stefan Kritten um 21:15 Uhr im Barocksaal aus der Cusanus-Novelle ‚Die sieben Werke der Barmherzigkeit‘ des Monschauer Regionalautors Ludwig Mathar (1882–1952). Bis Mitternacht sind außerdem der Kreuzgang und die Hospitalskapelle geöffnet, die dann in einem besonderen Licht erstrahlen.

Bis auf das Mozartkonzert im Cusanus-Geburtshaus (Eintritt: 15,- Euro pro Person) ist der Eintritt in den verschiedenen Häuser an diesem Abend frei, Spenden für die jeweilige Institu-tion sind willkommen.

Den genauen Programmablauf der ersten ‚Langen Cusanus-Nacht‘ finden Sie im Internet unter www.cusanus.de sowie auf den Flyern, die in den Häusern ausliegen.



Pressemeldung vom 05.09.2017

Mit Nikolaus von Kues an den päpstlichen Hof – ‚Macht und Pracht‘ im St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift in Bernkastel-Kues

Bernkastel-Kues: Anlässlich des diesjährigen ‚Tag des offenen Denkmals‘ öffnet das St. Nikolaus-Hospital/ Cusanusstift am Sonntag, den 10. September, ab 14:00 Uhr seine Pforten und lädt zum Besuch der aktuellen Ausstellung ‚Cusanus und die Päpste‘ ein. Um 16:00 Uhr besteht darüber hinaus auch eine Möglichkeit zur Führung durch das Hospital und die Cusanus-Bibliothek.

Auch wenn das Hospital mit seiner prachtvollen Kapelle, dem wertvollen Hochaltar und dem beeindruckenden Kreuzgang auf den ersten Blick in einem gewissen Widerspruch zu seiner ursprünglichen Bestimmung als Armen- und Altersheim zu stehen scheint, so berichtet bereits Nikolaus von Kues in einem Schreiben aus dem Jahr 1457 an die Ratsleute von Bernkastel und Kues voller Stolz, ein kostspieliges Gebäude zur Ehre Gottes errichtet zu haben, um 33 armen alten Männern eine würdige Herberge für ihre letzten Lebensjahre zu bieten.

Unter dem Motto des diesjährigen Denkmaltages „Macht und Pracht“ lädt das Cusanusstift daher alle Interessierten um 16:00 Uhr zu einer geführten Entdeckungsreise durch das Hospital ein, das zu Recht als Juwel spätgotischer Baukunst an der Mosel gilt.

Von 14:00 bis 18:00 Uhr besteht darüber hinaus auch die Möglichkeit, Nikolaus von Kues in der Ausstellung „Cusanus und die Päpste“ an den päpstlichen Hof nach Rom, dem Macht­zentrum der mittelalterlichen Kirche, zu begleiten. Neben einzigartigen Papsturkunden wer­den kostbare Prachthandschriften aus dem direkten Umfeld des Nikolaus von Kues und der Päpste gezeigt, die einen Eindruck von den Beziehungen des Kardinals von der Mosel zu den verschiedenen Stellvertreter Christi auf Erden vermitteln. Der Eintritt ist frei, um eine Spende für die Cusanus-Bibliothek wird gebeten. 

Nähere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier auf unserer Seite. 

Hier finden Sie nähere Informationen zum 'Tag des offenen Denkmals'.

Abb. aus dem ‚Liber Sextus‘ (Cod. Cus. 250), einer Rechtshandschrift aus dem 14. Jahrhundert, die Papst Bonifatius VIII. (1294–1303) als Gesetzgeber auf dem päpstlichen Stuhl zeigt, der von Kardinälen, Bischöfen und Gelehrten umgeben ist. (Foto: Erich Gutberlet / © St. Nikolaus-Hospital, Bernkastel-Kues.)  


Pressemeldung vom 06.07.2017

Gedenkfeier für Professor Dr. Dr. h. c. Rudolf Haubst

Die Cusanus-Gesellschaft, das Institut für Cusanus-Forschung an der Universität und der Theologischen Fakultät Trier und das St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift laden ein zur Gedenkfeier für Professor Dr. Dr. h. c. Rudolf Haubst, dem ersten Vorsitzenden der Cusanus-Gesellschaft, Gründungsdirektor des Cusanus-Instituts und Ehrenbürger der Gemeinde Maring-Noviand, aus Anlass seines 25. Todestages am Mittwoch, den 19. Juli 2017, um 16 Uhr, im St. Nikolaus-Hospital in Bern­kastel-Kues.

Als Erstes steht ein Gottesdienst in der Kapelle des Hospitals auf dem Programm. Die Messe wird zelebriert vom Rektor des Cusanusstifts Herrn Pfarrer Leo Hofmann. Die Festpredigt wird Herr Professor Dr. Wolfgang Lentzen-Deis halten. Es folgt die eigentliche Gedenkfeier im Barocksaal des Hospitals mit einer Festansprache von Herrn Pfarrer i. R. Dr. Stefan Schneider.

Herr Professor Haubst wurde am 18. April 1913 in Maring, heute Maring-Noviand, an der Mosel geboren. 1937 empfing er die Priesterweihe in Trier. 1952 promovierte er an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn mit einer Dissertation über Nikolaus von Kues (1401-1464), über den er ferner seine Habilitationsschrift verfasste. 1958 wurde er auf den Lehrstuhl für Dogmatik an der Universität Mainz berufen. 1960 war er Gründer und erster Direktor des Instituts für Cusanus-Forschung in Mainz. 1980 wurde das Institut an die Universität und Theologische Fakultät Trier verlegt, stand aber weiterhin unter Leitung von Herrn Rudolf Haubst. Er verstarb am 19. Juli 1992 in Mainz.

Interessierte sind herzlich willkommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und die Teilnahme ist frei.

 


 Pressemeldung vom 14. 06.2017

Ausstellungseröffnung ‚Cusanus und die Päpste‘

Am Freitag, den 23. Juni 2017, wird um 19:00 Uhr in einem kleinen Festakt die neue Ausstellung „Cusanus und die Päpste“ im Gotischen Saal des St. Nikolaus-Hospital/Cusa­nusstift in Bernkastel-Kues eröffnet. Ein Grußwort spricht Dr. Kai-Michael Sprenger vom Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Mainz. Der Eintritt ist frei.

Kaum eine deutschsprachige Persönlichkeit des 15. Jahrhunderts stand in so engem Kontakt zu den Renaissancepäpsten wie Nikolaus von Kues. Trotz seiner bürgerlichen Herkunft wurde er aufgrund seiner Verdienste für die Kirche und das Papsttum 1448 zum Kardinal ernannt. Damit gehörte er als einer von zwei Deutschen zu dem damals nur aus 26 Personen be­ste­henden Kardinalskollegium, deren Mitglieder vor allem aus mächtigsten europäischen Adels­familien, wie z. B. den berüchtigten Borgia, stammten. Obwohl er in diesem Gremium stets ein Außenseiter blieb, gehörte er zu den wichtigsten Beratern des Papstes und bekam bei der Papstwahl von 1447 sogar selbst einige Stimmen. Eine gute Freundschaft verband ihn u. a. mit Papst Pius II., der nur wenige Tage nach Cusanus im Jahre 1464 verstarb.

In der Ausstellung „Cusanus und die Päpste“, sollen die vielfältigen Beziehungen des Nikolaus von Kues zum Papsttum und zu dessen Vertretern, aber auch des St. Nikolaus-Hospital zu Rom, das bis zum Ende des 18. Jahrhunderts dem Heiligen Stuhl unterstellt war, nachge­zeichnet werden. Die Ausstellung, die in Kooperation mit dem Institut für Cusanus-Forschung an der Theologischen Fakultät und der Universität Trier entstanden ist, ist vom 23. Juni bis 15. Dezember 2017 jeweils von Montag bis Freitag von 09.00 – 12.00 Uhr im Gotischen Saal des St. Nikolaus-Hospitals zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Ebenfalls am 23. Juni 2017, veranstaltet das Institut für Cusanus-Forschung ab 13:30 Uhr im Cusanus-Geburtshaus einen Studientag zu „Cusanus und die Päpste“, der allen Interessierten offen steht. Näheres zum Programm finden Sie auf der Homepage des Cusanus-Instituts. Auch hier ist der Eintritt frei. Alle Veranstaltungen in Bernkastel-Kues werden im Rahmen des kulturhistorischen Netzwerkes „Papstgeschichten im Südwesten“ angeboten, das anlässlich der Großausstellung „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“ (21.05.-31.10.2017) der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim ins Leben gerufen wurde.


 

 


Pressemeldung vom 01.03.2017:

Vortrag „Stationen einer Künstlerfamilie – Der Maler Johann Jodokus Thanisch aus Graach und seine Kinder“

Am Freitag, den 10. März 2017, um 19:00 Uhr, berichtet der Trierer Familienforscher Karl Oehms in einem bebilderten Vortrag im Barocksaal des St. Nikolaus-Hospitals/Cuanusstifts in Bernkastel-Kues über Lebensweg und Werk des in Graach geborenen Malers Johann Jodokus Thanisch (1705–1775), der zu den angesehensten Kirchen- und Porträtmalern in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Elsass gehört.

Zu den großen unbekannten Künstlern der Region zählt ohne Zweifel der 1705 in der kleinen Moselgemeinde Graach bei Bernkastel geborene Johann Jodokus Thanisch, über dessen Kindheit und Jugend fast nichts bekannt ist. Sein Lebensweg führte ihn von der Mosel nach Oberitalien, wo er die aus Lucca stammende Kaufmannstochter Rosa Rossi heiratete. Nach einem vergeblichen Versuch sich 1742 in der Stadt Varallo im Piemont als Künstler niederzu­lassen, zog er mit seiner Familie nach Straßburg, wo ihm unter seinem französischen Namen Jean-Jodoque Daniche der große Durchbruch gelang. Als einer der renommiertesten Maler Straßburgs schuf er eine Reihe von Porträts und Gemälden, die heute noch in vielen Kirchen im Elsass bewundert werden können, so z. B. in der ehemaligen Dominikanerkirche in Col­mar. Neben Thanisch selbst waren auch einige seiner Kinder begnadete Maler, allen voran sein Sohn Clément (1744-ca. 1804) sowie seine beiden Töchter Ursule (1742–1822) und Monique (1736–1824).

Das St. Nikolaus-Hospital in Bernkastel-Kues verfügt noch über einige Werke, die Johann Jodokus Thanisch zugeschrieben werden können. Hierzu gehört z. B. ein Porträt des eben­falls aus Graach stammenden letzten Priors der Kartause St. Alban in Konz bei Trier, Alber­gatus Ehlen (1739–1811), sowie ein Gemälde der Hl. Dreifaltigkeit, das Josef Nikolaus Thanisch (1918–2013), ein entfernter Graacher Verwandter des Malers, dem Hospital vermachte.

In seinem Vortrag am 10. März 2017 berichtet Karl Oehms, der Vorsitzende der Bezirks­gruppe Trier der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, über Suche und Fakten seiner Arbeit zur Künstlerfamilie und letzte Spuren, die im indischen Ozean enden. Anlässlich des Vortrags werden alle Gemälde Thanischs im Stift zum ersten Mal gezeigt werden. Der Eintritt ist frei. Es ergeht herzliche Einladung.


       
 

Bild 1: Porträt des letzten Priors der Kartause St. Alban in Konz bei Trier, Albergatus Ehlen (1739–1811) (Foto: Marco Brösch/ © St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift)

Bild 2: Gemälde der Hl. Dreifaltigkeit, das Josef Nikolaus Thanisch (1918–2013), ein entfernter Graacher Verwandter des Malers, dem Hospital vermachte. (Foto: Marco Brösch/ © St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift)

 


 

 

Pressemeldung vom 19. Juli 2016: Ausstellung „Nikolaus von Kues und die Caritas“ im St. Nikolaus-Hospital

Am kommenden Samstag, den 22. Juli 2016, wird im Anschluss an die Feier der Kirchweihe um 16:00 Uhr die neue Ausstellung „Nikolaus von Kues und die Caritas“ im St. Nikolaus-Hospital /Cusanusstift in Bernkastel-Kues eröffnet.

Auch wenn Nikolaus von Kues keine ausgearbeitete Theologie zur Caritas bzw. Nächstenliebe hinterlassen hat, so spielt sie dennoch eine wichtige Rolle im Leben des Kardinals, der mit der Stiftung des St. Nikolaus-Hospitals in Bernkastel-Kues sein größtes Werk der Barmherzig­keit vollbracht hat. In diesem Jahr, in dem der Trierer Caritas-Verband sein 100-jähriges Bestehen feiert und das von Papst Franziskus zum Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen wurde, möchte auch das Cusanusstift in Kooperation mit dem Institut für Cusanus-Forschung in Trier mit der Hausausstellung „Nikolaus von Kues und die Caritas“ einen thematischen Beitrag hierzu leisten.

Anhand ausgesuchter Exponate aus dem Nachlass des Nikolaus von Kues und der Bibliothek des Cusanusstiftes soll zunächst ein grober Überblick über die Geschichte der Nächstenliebe von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert gegeben werden. Darüber hinaus steht die per­sönliche Haltung des Kardinals zur Caritas sowie die wechselvolle Geschichte des St. Niko­laus-Hospitals und seiner Bewohner im Zentrum der Ausstellung. Als Höhepunkt wird ein Holzmodell des Hospitalgrundrisses zu sehen sein, das den Bau des Stiftes vor den barocken An- und Umbauten des 18. Jahrhunderts zeigt und im vergangenen Jahr für die große Caritas-Ausstellung im erzbischöflichen Diözesanmuseum in Paderborn angefertigt wurde.

Die Ausstellung „Nikolaus von Kues und die Caritas“ kann auf Anfrage vom 25. Juli 2016 bis zum 09. April 2017 von Montag bis Freitag 09:00 – 12:00 Uhr im Gotischen Saal des St. Nikolaus-Hospitals in Bernkastel-Kues besichtigt werden. In der Zeit vom 19. Dezember 2016 bis zum 8. Januar 2017 sowie vom 23. Februar bis zum 5. März 2017 ist sie geschlossen. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Auch außerhalb der Öffnungszeiten besteht die Möglichkeit, die Ausstellung im Rahmen einer gebuchten Führung zu sehen. Nähere Informationen hierzu  auf der Facebook-Seite unter: https://www.facebook.com/Cusanusstift/?fref=ts

'Hungernde speisen' aus dem Bilderzyklus "Die Werke der Barmherzigkeit" (ca. 1773-1775) des Bernkasteler Malers Franz Freund im Kreuzgang des St. Nikolaus-Hospitals. (Foto: Dieter Hoffmann, Bernkastel-Kues)

Die Gemälde im Kreuzgang des Stiftes zeigen dabei nicht nur die sieben Werke der Barmherzigkeit, sondern auch die Bewohner, Bediensteten und Honoratioren des St. Nikolaus–Hospitales, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts im Stift lebten und wirkten. So sieht man z. B. auf dem Bildausschnitt die Hauswirtschafterin des Hospitals, Anna Maria Hegener, die an Bewohner, auswärtige Arme und Pilger Brot verteilt. 

 

 

 


Pressemeldung vom 26. November 2015: Pressemeldung: Nikolausfeier 2015 und Eröffnung Wanderausstellung 

Am Samstag, den 5. Dezember 2015,um 15:30 Uhr findet die traditionelle Nikolausfeier im St. Nikolaus-Hospital/ Cusanusstift in Bernkastel-Kues statt, in deren Anschluss die Wan­derausstellung „Der Krieg an der Mittelmosel und im Hunsrück 1734/35 – 280 Jahre Schlacht bei Klausen“ eröffnet wird.

Als erste Station nach der Premiere in Klausen wird die Wanderausstellung „Der Krieg an der Mittelmosel und im Hunsrück 1734/35 – 280 Jahre Schlacht bei Klausen“ vom 7. Dezember bis 20. März im St. Nikolaus-Hospital in Bernkastel-Kues zu sehen sein. Unabhängig von den Kampfhandlungen an der Salm wurde bereits 1734 die Mittelmosel in die kriegerischen Auseinandersetzungen des Polnischen Thronfolgekrieges hingezogen. Spätestens nach der Zerstörung der Grevenburg in Traben-Trarbach im Sommer 1734 kam Bernkastel-Kues eine besondere strategische Bedeutung zu, als die französische Armee hier zentrale Versorgungs- und Nachschublager einrichtete. Darüber hinaus wurde zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt eine Pontonbrücke über die Mosel geschlagen, zu deren Überwachung das St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift befestigt und mit einer französischen Garnison versehen wurde. Zu dieser relativ unbekannten Episode in der Geschichte des Stiftes und der Stadt Bernkastel-Kues werden u. a. bislang noch nie gezeigte Exponate aus dem Hospitalsarchiv ausgestellt.

Passend zur diesjährigen Ausstellungsthematik feiert der Pfarrer und Wallfahrtsdirektor von Klausen, Dominikanerpater Albert Seul, zusammen mit Dechant Georg Moritz und Rektor Leo Hofmann das diesjährige Festhochamt zum Patronatsfest. Die Feier wird musikalisch bereits um 15:30 Uhr vom Jugendchor der Pfarrei St. Briktius in Kues unter der Leitung von Michael Meyer mit adventlicher Chormusik eröffnet. Nach dem Festhochamt in der Kapelle um 16:00 Uhr findet anschließend im Stift noch eine Begegnung mit Imbiss und Umtrunk statt.

Die Wanderausstellung unter der Schirmherrschaft des rheinland-pfälzischen Landtagspräsidenten Joachim Mertes ist vom 7. Dezember bis 20. März 2016, jeweils von Montag bis Freitag von 09:00 – 12:00 sowie sonntags am 20. Dez., 24. Jan., 21. Feb. und 20. März jeweils von 14:00 - 18:00 Uhr im St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Cusanusstraße 2, 54470 Bernkastel-Kues zu besichtigen. Geschlossen: Vom 21. Dezember 2015 - 1. Januar 2016 sowie vom 5. - 12. Februar 2016. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen auch unter: Ausstellungen sowie der Homepage der Gemeinde Klausen (www.klausen.de )


 

 



 


 

Pressemeldung vom 17.08.2015: Nikolaus von Kues und die Caritas.

Exponate aus dem St. Nikolaus-Hospital und dem Cusanus-Geburtshaus werden in Paderborner Caritas-Ausstellung gezeigt. 

Bernkastel-Kues/Trier/Paderborn: Elf Exponate aus dem St. Nikolaus-Hospital und dem Cusanus-Geburtshaus in Bernkastel-Kues bereichern die hochkarätige Ausstellung ‚Caritas. Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart‘, die noch bis zum 13. Dezember im Diözesanmuseum in Paderborn zu sehen ist. Am reich bebilderten Ausstellungskatalog, der neben einem thematische Aufsatz auch die Beschreibungen aller gezeigten Exponate enthält, waren sowohl Mitarbeiter des St. Nikolaus-Hospitals als auch des Cusanus-Institutes in Trier als Autoren beteiligt.

Angesichts zunehmender internationaler Krisenherde, Flucht und Vertreibung, Globalisierung, der Überalterung der Gesellschaft usw. kommt der Frage nach dem Umgang mit den Mitmenschen, der Sensibilisierung für Ihre Nöte und Probleme und den Formen gelebter Nächstenliebe eine zunehmende Bedeutung zu. Nicht ohne Grund hat Papst Franziskus daher das kommende Jahr zum ‚Jahr der Barmherzigkeit‘ ausgerufen. Die hochaktuelle Thematik wird bereits derzeit in einer Ausstellung im Diözesanmuseum in Paderborn aufgegriffen, wobei hier der Schwerpunkt auf der Geschichte der Caritas von der Antike bis zur heutigen Zeit liegt. Dabei soll nicht nur eine historische Rückschau gehalten, sondern auch zu einer Auseinandersetzung mit den heutigen Formen der christlichen Nächstenliebe sowie ihren Grenzen angeregt werden.

Neben den verschiedenen Motiven christlicher Nächstenliebe in Kunst und Kultur, werden in der Ausstellung ebenso charismatische Persönlichkeiten mit Herz wie Martin von Tours, Elisabeth von Thüringen, Franz von Assisi oder auch Kardinal Nikolaus von Kues in den Mittelpunkt gestellt. Auch wenn sich Nikolaus von Kues philosophisch kaum mit dem Begriff der ‚Caritas‘ auseinandersetzte, so spielte sie zeit seines Lebens dennoch eine zentrale Rolle. Ein beredtes Zeugnis seiner ‚gelebten Nächstenliebe‘ gibt das St. Nikolaus-Hospital in Bernkastel-Kues, das der Kardinal mit seiner Familie stiftete und das 33 armen Männern im Alter eine neue Heimat bieten sollte. Bis heute gehört das vor 550 Jahren eröffnete Cusanusstift daher zu den ältesten Altenheimen Deutschlands. Die Stiftung erfolgte allerdings nicht nur aus reiner Selbstlosigkeit, sondern sollte als Werk der Barmherzigkeit auch dem persönlichen Seelenheil des Kardinals von der Mosel dienen und gleichzeitig die Erinnerung an ihn und seine Familie wachhalten.

Neben antiken Sarkophagen sowie Gemälden und Zeichnungen von Raffael, Lucas Cranach d. Älteren, Käthe Kollwitz oder Pablo Picasso aus ganz Europa und den USA, können in Paderborn bis zum 13. Dezember 2015 auch elf Exponate aus dem St. Nikolaus-Hospital und dem Cusanus-Geburtshaus in Bernkastel-Kues betrachtet werden. Hierzu gehören z. B. einige mittelalterlichen Handschriften aus der Cusanus-Bibliothek, die Nachbildung seines Grabaltares in Rom, sein persönlicher Kelch, aber auch bedeutende Urkunden aus dem Stiftsarchiv, wie sein Testament (1464) oder die Stiftungsurkunde des Hospitals (1458), die eindrucksvoll sein soziales bzw. caritatives Engagement belegen. Ein eigens von den Paderborner Ausstellungsmachern erstelltes Modell des Hospitals und eine Videoinstallation über das Stift runden den thematischen Schwerpunkt ab.

Durch die Aufnahme der Cusanus-Exponate in die herausragende Paderborner Caritas-Ausstellung, die unter der Schirmherrschaft des engen Papstberaters, Oscar Andrés Kardinal Rodríguez Maradiaga, SDB, steht, wird nochmals eindrucksvoll belegt, welche große Bedeutung Cusanus, das St. Nikolaus-Hospital in Bernkastel-Kues und seine Sammlungen auch für die Thematik der christlichen Caritas im Spätmittelalter einnimmt.

Näheres zur Ausstellung im Diözesanmuseum in Paderborn unter: http://caritas-ausstellung.de/

Eindrücke von der Caritas-Ausstellung in Paderborn (© Copyright Diözesanmuseum Paderborn. Alle Rechte vorbehalten.)

 

 


 

 

Pressemeldung vom 21.12.2014: Auf der Suche nach der verlorenen Cusanus-Karte

Bis Ende Juli 2015 besteht am letzten Wochenende eines Monats, d.h. samstags von 11:00-15:00 Uhr und sonntags von 14:00-18:00 Uhr die Möglichkeit, sich die aktuelle Ausstellung „Der Mensch als Kosmograph - kartographische Werke aus dem Umfeld des Nikolaus von Kues und aus der Cusanus-Bibliothek“ im St. Nikolaus-Hospital, Cusanusstr. 2, in Bernkastel-Kues anzuschauen. Der Eintritt ist jeweils frei.

Im Mittelpunkt der dritten Ausstellung zum 550. Todestag des Universalgelehrten steht dabei die älteste Karte Mitteleuropas, die auf Nikolaus von Kues zurückgeht. Auch wenn das Original selbst nicht mehr erhalten ist, so existiert noch eine Vielzahl von Kopien, die auf die Karte des Kardinals zurückgehen und auf denen u. a. ‚Kues‘, der Heimatort des großen Theologen und Philosophen von der Mosel, eingezeichnet wurde. Nikolaus Cusanus interes­sierte sich allerdings auch aus philosophisch-theologischen Gründen für Astronomie und Geographie. Er gilt als Vordenker von Nikolaus Kopernikus und Johannes Kepler, der sich bereits von der mittelalterlichen Vorstellung von der Erde im Zentrum des Universums löste.

Neben einigen kartographischen Reproduktionen sowie verschiedenen mittelalterlichen Handschriften aus dem Nachlass des Cusanus, haben die Besucher die Gelegenheit, eine der seltenen Drucke der Cusanus-Karte aus der Sammlung Niewodniczański (Bitburg) zu bestaunen. Ausgestellt sind ferner einige astronomische Geräte und Instrumente aus dem 15. Jahrhundert, die von Nikolaus von Kues verwendet wurden. Hierzu zählt auch ein ‚Astrolabium‘ (‚Sternengreifer‘), das der Kardinal 1444 in Nürnberg erwarb und mit dessen Hilfe sich die Position der Sterne, aber auch die Uhrzeit und die Himmelsrichtungen bestim­men lassen. 

 

Gemeinsame Pressemeldung mit der Stadt Bernkastel-Kues vom 04.08.2014

Freundschaftsabkommen und eine mittelalterliche Sammelhandschrift zum 550. Todestag

Bernkastel-Kues, 04. August 2014. In der Moselstadt Bernkastel-Kues steht das Jahr 2014 ganz im Zeichen des Nikolaus von Kues (1401-1464). Es ist der 550. Todestag des großen Philosophen und Theologen, der mit einer Gedenkfeier am 10. August im St. Nikolaus-Hospital / Cusanusstift in Kues gefeiert wird. An diesem Tag wird auch die vom Hospital mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder neu erworbene mittelalterliche Sammelhandschrift der Öffentlichkeit präsentiert. Gefeiert wird außerdem ein Freundschaftsabkommen mit der Stadt Brixen. Das Freundschaftsabkommen wird am 09. August als einziger Tagesordnungspunkt in einer öffentlichen  Stadtratssitzung behandelt, zu der alle interessierten Bürger eingeladen sind.

In Brixen wurde Nikolaus von Kues als Fürstbischof eingesetzt mit dem Ziel, hieraus ein Musterbistum zu machen. Am Ende blieb ihm nur die Flucht aus der ältesten Stadt Tirols. Heute muss keiner flüchten – ganz im Gegenteil – die Stadt bietet Natur- und Kulturerlebnisse sowohl im Sommer als auch im Winter. „Das Urlaubsangebot der Stadt – der Flair des Mittelalterlichen – und nicht zuletzt die Verbindung mit Nikolaus von Kues schreit geradezu nach einer Partnerschaft mit unserer Stadt“, erklärt Stadtbürgermeister Wolfgang Port und spricht damit seinem Amtskollegen in Brixen Albert Pürgstaller aus der Seele.

Und so kommt auch kein geringerer als Bischof der Diözese Bozen-Brixen, Dr. Ivo Muser, nach Bernkastel-Kues, um gemeinsam mit der Stadt den 550. Todestag des Cusanus zu feiern. Aus diesem Anlass wird Bischof Dr. Muser am Samstag, den 9. August 2014 um 16:00 Uhr in der Eucharistiefeier den neuen Zelebrationsaltar sowie den neuen Ambo in der Hauskapelle des Hospitals benedizieren. Die Gedenkfeier am Sonntag, den 10. August steht unter der Schirmherrschaft der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer.,  Sie wird im St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift stattfinden. Die Festansprache wird Staatssekretär Walter Schumacher übernehmen. Rektor und Hausherr Leo Hofmann freut sich auf den hohen Besuch und ist auch stolz darauf, zu diesem Anlass zusammen mit dem stellvertretenden Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, Dr. Martin Hoernes, eine neu erworbene Handschrift aus dem 15. Jahrhundert präsentieren zu können. „Es handelt sich um eine Handschrift, die noch zu Lebzeiten des Nikolaus von Kues geschrieben wurde und die eine deutschsprachige Auslegung von Cusanus zum Vaterunser enthält“, so Rektor Hofmann.

Die neue Handschrift wird am 10. August innerhalb der Gedenkfeiern erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Zu diesen Feierlichkeiten, die um 10 Uhr mit einem Pontifikalamt von Bischof Muser in St. Briktius in Kues beginnen und ab 12 Uhr im Innenhof des Hospitals mit einem Festakt fortgesetzt werden, ist die Öffentlichkeit herzlich eingeladen. Im Innenhof des St. Nikolaus Hospitals werden Vertreter des Landes, der Stadt, des St. Nikolaus-Hospitals, der Cusanusforschung, der Kulturstiftung der Länder und Vertreter aus Brixen mit dabei sein. Nach den Feierlichkeiten wird dann die Ausstellung „Das Erbe des Cusanus“ im Gotischen Saal des Hospitals eröffnet.

 

Pressemeldung vom 31.07.2014

Neuerwerbung einer mittelalterlichen Handschrift im St. Nikolaus-Hospital / Cusanusstift

Bernkastel-Kues: Anlässlich des 550. Todestags seines Stifters hat das St. Nikolaus-Hospital / Cusanusstift eine wertvolle mittelalterliche Sammelhand­schrift aus dem 15. Jahrhundert mit einer Abschrift der deutschsprachigen Vaterunser-Auslegung (Sermo XXIV) von Nikolaus von Kues erworben. Die Kulturstiftung der Länder hat den Ankauf unterstützt.

Pressekontakt: Marco Brösch M. A. (LIS), Bibliothekar der Cusanus-Bibliothek im St. Nikolaus-Hospital / Cusanusstift, E-Mail: info[at]cusanus.de

Auf die persönliche Bitte des Augsburger Bischofs und Kardinals Peter von Schaumberg fer­tigte Nikolaus von Kues zu Beginn des Jahres 1441 eine schriftliche Ausarbeitung seiner kurz zuvor in der Reichsstadt gehaltenen Predigt über das Vaterunser an. Zusammen mit einer weiteren Predigt gehört diese katechetische Auslegung zu den einzigen theologischen Ab­handlungen von Cusanus in deutscher Sprache. Weltweit existieren heute nur neun Abschriften dieses Werkes, das – neben seiner fast zeitgleich entstandene Schrift ‚De docta ignorantia‘ – zu den ‚originalsten‘ Werken des Philosophen und Theologen von der Mosel zählt.

Die von der Kunsthandlung Les Enluminures, Chicago/Paris (ehemals Privatbesitz Kurt Ruh, Würzburg) erworbene Handschrift entstand vermutlich zwischen 1460 und 1485 im Franzis­kanerkloster St. Agnes ad Olivas in Köln und wurde somit evtl. noch zu Lebzeiten des Niko­laus von Kues angefertigt. Die darin enthaltene Abschrift der Vaterunser-Auslegung konnte bislang in der Cusanus-Forschung nicht hinreichend berücksichtigt werden. Dabei bedeutet die Überlieferung eine kleine Sensation, da der darin erhaltene Text der nicht mehr vorhan­denen Autorfassung des Nikolaus von Kues textlich und sprachlich sehr nahe steht. Die Handschrift enthält darüber hinaus noch eine Vielzahl weiterer volkssprachlicher Erbau­ungstexte, so z. B. eine deutsche Übersetzung der ‚Ars bene moriendi‘ (‚Kunst des rechten Sterbens‘), eine Kurzvita der Elisabeth von Thüringen sowie das erste Buch der ‚Nachfolge Christi‘ von Thomas von Kempen.

Bei der Neuerwerbung, die mit großzügiger Unterstützung der Kulturstiftung der Länder realisiert werden konnte, handelt es sich nicht nur um den ersten bedeutenden Kauf einer mittelalterlichen Handschrift durch das St. Nikolaus-Hospital in Bernkastel-Kues seit 1838, sondern auch um das erste im Cusanusstift vorhandene theologische Werk des Nikolaus von Kues in deutscher Sprache. Die wissenschaftliche Auswertung der Handschrift, die eine Neuedition der Vaterunser-Predigt ermöglicht, erfolgt in Kooperation mit dem Institut für Cusanus-Forschung in Trier. Die Cusanus-Bibliothek in Bernkastel-Kues umfasst nunmehr 316 Handschriften vom 9.-18. Jahrhundert, von denen noch etwa 270 aus dem Besitz von Nikolaus von Kues selbst stammen.

Im Rahmen des zentralen Festaktes zum 550. Todestag von Nikolaus von Kues um 12:00 Uhr am 10. August 2014 im Innenhof des St. Nikolaus-Hospitals in Bernkastel-Kues (Cusanus­straße 2) wird die neue Handschrift der Öffentlichkeit vorgestellt. Anschließend findet im barocken Konventsaal des Hospitals ein Pressegespräch statt. Ab 16:00 Uhr sowie am Folgetag, Montag den 11. August, von 10:00 bis 18:00 Uhr, besteht darüber hinaus die Ge­legenheit, die neue Handschrift in der Sonderausstellung ‚Das Erbe des Cusanus‘ zu sehen. Medienvertreter haben darüber hinaus die Möglichkeit, sich nach Voranmeldung bereits im Vorfeld der Gedenkveranstaltung im St. Nikolaus-Hospital über die Handschrift zu informie­ren und Pressefotos anzufertigen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie auch auf der Seite der Kulturstiftung der Länder, unter http://www.kulturstiftung.de/presse/pressemitteilungen/

 

Beispielbilder aus der neu erworbenen Handschrift (Cod. Cus. 220a)

 

Nikolaus von Kues: Vaterunser-Auslegung, dt. (I) = Sermo XXIV (1441), in: Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital, Cod. Cus. 220a, Bl. 219r

Nikolaus von Kues: Vaterunser-Auslegung, dt. (I) = Sermo XXIV (1441),

in: Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital, Cod. Cus. 220a, Bl. 219r-243r

(Fotos: Arnold Fusenig, Stadtbibliothek Trier/ © St. Nikolaus-Hospital, Bernkastel-Kues)

 


 

Pressemeldung vom 29.07.2014

 

Johannes Kirschweng

Lesung und Vortrag: Johannes Kirschweng "Das Tor der Freude"

Das Institut für Cusanus-Forschung in Trier lädt in Kooperation mit dem St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift in Bernkastel-Kues anlässlich des Jubiläumsjahres 2014 zu einer weiteren Veranstaltung.
Professor Walter Andreas Euler (Direktor des Cusanus-Institutes in Trier) und Herr Stefan Kritten (Monzelfeld) lesen aus und referieren über Johannes Kirschwengs  „Das Tor zur Freude“
am Freitag den 8. August 2014, um 19:00 Uhr, im Barocksaal des St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Cusanusstr. 2 in Bernkastel-Kues.

„Das Tor der Freude“ von 1940 ist der herausragende Roman des saarländischen Schriftstellers Johannes Kirschweng (1900–1951) und nimmt unter den zahlreichen belletristischen Annäherungen an Leben und Werk des Nikolaus von Kues einen besonderen Platz ein. Die Handlung des Romans konzentriert sich auf die letzten Wochen des Kardinals im Sommer 1464 in Umbrien, durch Rückblenden wird aber auch sein bisheriges Leben in den Blick genommen. Kirschweng schildert einfühlsam, wie dem leidenden Kirchenpolitiker im Angesicht des Todes die eigene Zerrissenheit seiner bisherigen Existenz bewusst wird und ihm dadurch eine letzte Reifung gelingt.

Johannes Kirschweng wurde 1900 in Wadgassen/Saar geboren. Von 1907 bis 1912 besuchte er die dortige Volksschule und anschließend ein Gymnasium und das Bischöfliche Konvikt in Trier. Er nahm als Soldat der kaiserlichen Armee am Ersten Weltkrieg teil. Nach Kriegsende studierte er Katholische Theologie und Philosophie am Priesterseminar in Trier. 1924 wurde er zum Priester geweiht. Bis 1926 wirkte er als Kaplan in Bernkastel/Mosel, später in Bad Neuenahr. Gleichzeitig setzte er sein Theologiestudium an der Universität Bonn fort und beschäftigte sich mit deutscher und französischer Literaturgeschichte. Ein Stelle als Kaplan in Saarbrücken konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antreten. Stattdessen widmete er sich verstärkt der Schriftstellerei. Er wurde vom Trierer Bischof auf Dauer beurlaubt und zog sich als freier Schriftsteller nach Wadgassen zurück, wo er bis zu seinem Tod 1951 lebte. Die elfbändige Werkausgabe zeugt von einem produktiven Schaffen.

Alle Interessenten sind herzlich eingeladen und willkommen.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und die Teilnahme ist frei.